Hunden wird nachgesagt, dass sie alles Mögliche fressen. Allerdings können manche Hunde genauso wählerisch sein wie Katzen. Was tun, wenn Ihr Hund zum Futternapf schlurft, daran schnuppert und dann mit uninteressiertem oder sogar Abscheu vermittelndem Blick auf Sie schaut? Fangen Sie nicht damit an, ihm schlechte Gewohnheiten zu vermitteln. Auch wenn es Ihnen schwer fallen sollte, diesen großen bettelnden Augen zu widerstehen, stellt ein wählerisches Fressverhalten ein Problem dar, das man im Interesse aller Beteiligten angehen sollte.
Jeder Hund ist anders
Tritt ein wählerisches Fressverhalten auf, ist es am wichtigsten, nicht in Panik zu geraten. Hunde verweigern die Nahrungsaufnahme normalerweise nicht einfach nur deshalb, weil sie bezüglich ihres Futters etwas wählerisch sind (sollte Ihr Hund 24 Stunden lang nichts fressen, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt). Ein etwas dünnes Aussehen muss nicht unbedingt bedeuten, dass etwas nicht stimmt. Wie bei uns Menschen auch sind manche Hunde von Natur aus etwas schlanker als andere.
Vermitteln Sie keine schlechten Gewohnheiten
In den meisten Fällen werden wählerische Fresser nicht von Natur aus geboren, sondern gemacht. Hunde sind intelligent und lassen ihr Futter liegen, weil sie gelernt haben, dass sie sehr viel Extra-Aufmerksamkeit sowie eine Fütterung von Hand erreichen können, indem sie Ihren Haltern Kummer bereiten. Die ganz ausgefuchsten Hunde wissen zudem, dass sie von Ihrem Herrchen besonders leckere menschliche Nahrung erhalten, wenn sie nur lang genug weigern, ihr eigenes Futter zu fressen. Der erste Schritt zur Veränderung eines wählerischen Fressverhaltens besteht darin, die Art und Weise zu ermitteln, wie Sie dieses Verhalten vielleicht bewusst oder unbewusst gefördert haben.
Alternativ könnte es möglich sein, dass Ihr Hund sich anderswo zusätzliche Mahlzeiten besorgt – oder von anderen Personen! Eine kurze Rücksprache mit Ihren Nachbarn oder anderen Familienmitgliedern oder Überprüfung der Mülleimer könnte die Erklärung liefern, warum Ihr Haustier sein Abendessen stehen lässt.
Was tun?
Sie könnten aber auch verschiedene Methoden ausprobieren, um ihrem Hund wieder zum alten Appetit zu verhelfen. Wenn Sie Ihr Haustier mit Streicheleinheiten oder Fütterung per Hand verwöhnen, unterlassen Sie dies vorübergehend. Erhöhen Sie die Schmackhaftigkeit von Trockennahrung, indem Sie eine hochwertige Dosennahrung zugeben oder die Trockennahrung in warmem Wasser einweichen. Probieren Sie es zudem damit, Nassnahrung (nach Entnahme aus der Dose) bei niedriger Einstellung und kurz in der Mikrowelle aufzuwärmen, damit die Nahrung ihre leckeren Aromen freisetzen kann.
Das Füttern von Hunden zu den Esszeiten der Familie erzeugt den Eindruck, sozial integriert zu sein. Allerdings sollten Sie, während Sie selbst essen, Hunde stets ignorieren. Widerstehen Sie dem Drang, Hunde für das Auffressen ihres Futters zu loben, und bieten Sie dem Hund sein Futter 15 Minuten lang an. Was nicht gefressen wurde, entfernen Sie und setzen dem Hund 12 Stunden später einen frischen Napf mit Futter vor. Solange Futter zweimal täglich zur Verfügung steht, wird Ihr wählerischer Hund nicht Hunger leiden.
Weniger ist mehr
Sie könnten aber auch probieren, Ihren Hund auf Trocken-Vollnahrung für „aktive“ Hunde umzustellen. Diese Nahrungsmischungen sind häufig stark konzentriert, weshalb Ihr Hund zum Erhalt einer identischen Energiemenge weniger Nahrung zu sich nehmen braucht. „Aktiv“- Nahrungsmischungen enthalten außerdem einen höheren Anteil an Ölen, was sie für Ihren Hund attraktiver machen kann. Speziell abgestimmte „Sensitive“- Nahrungsmischungen für empfindliche Hunde weisen hingegen einen sehr hohen Verdaulichkeitsgrad auf, was manchmal ein wählerisches Fressverhalten fördern kann.