Auch wenn Ihr Hund alles etwas langsamer angehen lässt, können die späteren Lebensjahre durchaus mit zur bereicherndsten Zeit gehören. Schließlich ist Ihr Hund dann nicht nur älter, sondern gleichsam auch weiser geworden. Mit regelmäßiger tierärztlicher Betreuung, täglicher Pflege und der richtigen Ernährung kann Ihr Hund weiterhin sehr glücklich sein und gesund bleiben.
Wie Sie jedoch feststellen werden, wird sich die körperliche Verfassung Ihres Hundes mit den Jahren verändern. Es kann zu einer Verlangsamung oder Störung wichtiger, für uns als selbstverständlich erachteter Körperfunktionen kommen. Wie bei uns Menschen können die Sinnesorgane schließlich nachzulassen beginnen und zu einer Störung des Seh- oder Hörvermögens, des Geschmacks- und Geruchssinns führen. Der Appetit kann zurückgehen, Hunde im sehr hohen Alter werden meist dünner, Schultern und Wirbelsäule treten stärker hervor.
Hunde sind oft älter als wir annehmen, insbesondere wenn wir sie bereits im Welpenalter aufgenommen haben und immer gewöhnt waren, dass unsere Hunde nur so vor Energie zu strotzen schienen. Die Altersbestimmung eines Hundes ist stets schwierig, insbesondere weil sich die einzelnen Hunderassen deutlich voneinander unterscheiden. Im Allgemeinen haben kleine Hunde die größte Lebenserwartung, während diese bei großen Hunden relativ kurz ist (eine Deutsche Dogge gilt mit sechs Jahren als „alt“). Zusätzlich zur jeweiligen Hunderasse wirken sich im Einzelfall auch spezielle mit dem Lebensstil zusammenhängende Faktoren wie die Ernährung und medizinische Vorgeschichte auf die Lebenserwartung eines Hundes aus.
Altersanzeichen
Ob Ihr Hund ins Seniorenalter eintritt, lässt sich am einfachsten an seinem Verhalten und Aussehen beobachten. Sprich: Wie alt schätzen Sie Ihren Hund aufgrund seiner Handlungen und seines Benehmens, wie alt sieht er aus und fühlt er sich an?
- Das Energieniveau beginnt zu sinken
- wenn Sie den Eindruck haben, dass das Tier steife Gelenke hat und ihm das Aufstehen schwer fällt, nachdem es sich abgelegt hat oder von einem langen Spaziergang zurück kommt
- Dickere, weniger geschmeidige Haut. Raueres und dünneres Fell mit Kahlstellen oder weißen Haaren
- Taubheit, erkennbar am Unvermögen, auf Kommandos zu reagieren oder wenn das Tier beim Namen gerufen wird
- Zahn- und Zahnfleisch-Beschwerden – achten Sie auf beim Fressen aus dem Mund fallende Futterstücke, auf übermäßigen Speichelfluss oder wenn sich der Hund am Mund kratzt. Schwellungen unterhalb der Augen können auf Abszesse an der Zahnwurzel hinweisen und müssen tierärztlich behandelt werden.
- Es können Warzen, fettige Klumpen und sogar Tumore entstehen. Lassen Sie diese frühestmöglich von Ihrem Tierarzt überprüfen, da eine frühe Erkennung das Leben Ihres Haustieres retten könnte.
- übermäßiger Durst und häufiges oder unkontrolliertes Urinieren
- Verwirrung oder Unvermögen, die gewohnte Umgebung wieder zu erkennen
- geringerer Appetit
- Depression, Ungehorsam und gelegentlich zerstörerisches Verhalten
- Bläulicher Schleier über den Augen, der aber normal ist und das Sehvermögen nicht beeinträchtigt. Allerdings kann der verschwommen und weißlich wirkende Wuchs von Katarakten zur Erblindung führen. Ihr Tierarzt wird Ihnen bei der Unterscheidung helfen, worum es sich handelt.
- Der Hund schläft tagsüber tendenziell mehr, nachts hingegen weniger. Manche Hunde können wegen wunder Gelenke, Altersschwäche oder sogar Einsamkeit nachts durchs Haus schleichen.
- Gewichtszuwachs – insbesondere ein bei älteren Hunden auftretendes Problem.
Irgendwann werden Sie an Ihrem Hund Altersanzeichen feststellen. Allerdings müssen Sie Ihren Hund jetzt nicht mit Samthandschuhen anfassen oder sich Sorgen machen. Es ist lediglich erforderlich, Ihre Routine anzupassen und ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Die richtige medizinische Versorgung: Regelmäßige Kontrollen sind für ältere Hunde unbedingt erforderlich. Zusätzlich zu den jährlichen Impfungen und Untersuchungen sollten Sie Ihren Tierarzt auf spezielle Alters-Screenings ansprechen. Bemühen Sie sich zudem, über jegliche Warnzeichen Buch zu führen und diese Ihrem Tierarzt mitzuteilen.
Ausreichende Bewegung: Fettleibigkeit und Arthritis gehören bei älteren Hunden zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, regelmäßige Bewegung ist sehr wichtig. Leidet Ihr Hund jedoch an Arthritis, sollten Sie vor Beginn eines Bewegungsprogramms Ihren Tierarzt um Rat fragen.
Tägliche Routine: Eine konsequente tägliche Routine ist wichtig für die physische, mentale und emotionale Gesundheit Ihres älteren Hundes, da sie für ein gutes Wohlbefinden sowie beruhigende Rahmenbedingungen sorgt.
Gesunde Haut und ein gesundes Fell: Als Teil Ihres Routineprogramms könnten Sie jede Woche eine zusätzliche Pflegesitzung ansetzen. Zudem ist es sehr wichtig, Ihren älteren Hund regelmäßig zu baden. Diese Maßnahmen sind hervorragend dazu geeignet, Ihrem Hund die liebevolle Zuneigung zu erweisen, die er benötigt.
Gesunde Zähne und ein gesundes Zahnfleisch: Regelmäßige Zahnpflege durch Ihren Tierarzt ist sehr wichtig, da ältere Hunde anfälliger für Zahnfleischerkrankungen und Zahnstein sind. Zusätzlich zu regelmäßigen Besuchen bei einem professionellen Tierpfleger sollten Sie die Zähne und das Zahnfleisch Ihres Hundes auch zuhause regelmäßig überprüfen.
Emotionale Unterstützung: Ihr Hund wird mit verschiedenen Umständen und Veränderungen konfrontiert, darunter auch mit vielen Veränderungen psychologischer Art – seien Sie einfühlsam und verständnisvoll. Bei der täglichen Pflege Ihres älteren Hundes ist von Ihrer Seite her etwas mehr Geduld gefordert. Ihre liebevolle Fürsorge trägt während dieses Lebensabschnitts maßgeblich zu einer guten Lebensqualität für Ihren Hund bei.
Ernährung bei älteren Hunden
Neben der Gewährleistung einer regelmäßigen tierärztlichen Pflege stellt das Wissen um die sich verändernden Nährstoffbedürfnisse Ihres älteren Hundes einen der wichtigsten Beiträge dar, den Sie leisten können. Im Allgemeinen lassen Hunde ab einem Alter von sieben Jahren das Leben etwas ruhiger angehen, weshalb sich ihre Nährstoffbedürfnisse erneut zu verändern beginnen. Ältere Hunde sind weniger aktiv und haben einen langsameren Stoffwechsel, weshalb weniger Kalorien benötigt werden. Allerdings wird hochwertiges und leicht verdaubares Protein als Beitrag zur Aufrechterhaltung einer guten körperlichen Gesamtverfassung wichtiger denn je.
Eine gute Nahrung für ältere Hunde liefert konzentriertes und fettarmes hochwertiges Protein und enthält leicht verdaubare Kohlenhydrate zur Energiegewinnung. Wichtige Mineralstoffe unterstützen alternde Gelenke, während Vitamine im Verbund mit Protein bei der Bekämpfung von Infektionen helfen, für die der Körper mit schwächer werdendem Immunsystem anfällig wird.
Fertignahrungen für ältere Hunde sind abgestimmt worden, um diesen Veränderungen des Nährstoffbedarfs und der Fressgewohnheiten Rechnung zu tragen. So kann Ihr Hund seine Mahlzeiten weiterhin maximal genießen, ohne auf wichtige Nährstoffe verzichten zu müssen.
Füttern Sie Ihren älteren Hund ein bis zwei Mal täglich. Es kann sein, dass Ihr Hund irgendwann dazu übergeht, kleinere Portionsgrößen zu bevorzugen. Keine Sorge, das ist völlig normal, da die Verdauung mehrerer kleinerer Mahlzeiten anstelle einiger weniger größerer Mahlzeiten leichter fällt.