Behandlung eines Schocks

Behandlung eines Schocks

Der Begriff Schock wird frei und oft unzutreffend verwendet. Sowohl beim Menschen als auch bei Tieren handelt es sich hierbei um einen wesentlich ernsthafteren Zustand als ein nach einem unbedeutenden Unfall oder nach einem Schrecken auftretendes leichtes Gefühl des Unwohlseins, das häufig als „Schock“ bezeichnet wird. Der Eintritt eines Schocks führt im Körpersystem zu einer mangelhaften Blutzirkulation ein, die tödlich enden kann. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund einen Schock erleidet, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Tierarzt.

Erkennen der Warnzeichen

  • Schwäche, Zuckungen oder Kollaps, hervorgerufen durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff
  • Trägheit und Depression
  • Bewusstlosigkeit
  • blasser Mund, blasse Lippen und Farbe der Augenlider
  • farblose Haut, Läufe und Mundinnenseite
  • Schneller aber schwacher Puls (kann bei kleinen Hunden über 160 bis 180 Schläge, bei mittelgroßen bis großen Hunden bei 140 Schlägen pro Minute liegen). Zur Ermittlung des Pulses Ihres Hundes suchen Sie die Beinarterie, die sich an der Innenseite des Oberschenkels in der Leistengegend befindet. Führen Sie, wenn Ihr Hund entspannt ist, zwei Fingerkuppen an die Laufinnenseiten und fühlen Sie den Puls. Bei schlanken Hunden ist es etwas einfacher: Der Herzschlag wird fühlbar, wenn Sie den Finger über das hinter dem linken Ellbogen gelegene Herz führen.
  • schnelle Atmung
  • fixierter Blick mit erweiterten Pupillen

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome sichten

  • Verständigen Sie unverzüglich Ihren Tierarzt. Es ist Eile geboten und möglicherweise sind intravenöse Flüssigkeiten erforderlich.
  • Wickeln sie Ihren Hund in eine Decke oder ein Handtuch ein, um seine Körperwärme zu erhalten, verwenden Sie jedoch keine direkten Wärmeerzeuger.
  • Wenn Ihr Hund bewusstlos ist, halten Sie den Kopf auf oder unterhalb der Höhe des restlichen Körpers.
  • Bedecken Sie alle größeren Wunden mit einem feuchten sauberen Tuch
  • Massieren Sie die Läufe und Muskeln, um den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten, außer wenn Sie dort einen Bruch vermuten. Halten Sie den Hund ruhig.
  • Sollten Sie beim auf seine rechte Seite auf einer festen Oberfläche gelegten Hund keinen Herzschlag wahrnehmen, müssen Sie eine künstliche Beatmung oder eine Herz-Lungen-Wiederbelebung vornehmen. Führen Sie je eine Hand an jede Seite des mittleren bis oberen Brustbereichs (über dem Herzen) und üben Sie mit den Fingern einen festen, aber NICHT zu intensiven Druck aus und stellen Sie die Druckausübung danach ein. Wird zu viel Druck ausgeübt, können zusätzliche Verletzungen entstehen. Wiederholen Sie den Vorgang 80 bis 100 Mal pro Minute, indem Sie die Lungen alle 10-15 Druckvorgänge per künstliche Beatmung mit Luft füllen. Für weitere Informationen zur Wiederbelebung und Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Hunden klicken Sie hier.

Wenn Sie nicht zum Tierarzt können

  • Wenn Sie Ihren Hund nicht sofort zum Tierarzt bringen können, rufen Sie in der Praxis an und lassen sich Ratschläge geben, ehe Sie selbst eine Behandlung vornehmen. Ein Schock, mit dem in der Regel eine Verletzung einhergeht, kann komplex und widersprüchlich sein. Schildern Sie die Symptome Ihres Hundes sehr sorgfältig, da gegebenenfalls eine bestimmte Handlung auszuführen ist.
  • Wenn Ihr Hund bewusstlos ist, wird Ihnen Ihr Tierarzt möglicherweise empfehlen, einen Teelöffel Salz mit einem halben Teelöffel Natron mit einem Liter Wasser zu vermischen und je nach Körpergröße Ihres Hundes eine entsprechende Menge davon zwei bis drei Stunden lang alle 30 Minuten mit einem Teelöffel einzuflößen. Sprechen Sie aber zuerst mit dem Tierarzt, ehe Sie irgendetwas verabreichen.
  • Verabreichen Sie dem Hund niemals etwas über seinen Mund, wenn er bewusstlos ist, Krämpfe hat oder erbricht.
  • Messen Sie alle 30 Minuten den Puls und die Atemfrequenz und notieren Sie diese als Information für Ihren Tierarzt, sobald er zu Ihnen kommen kann.
  • Achten Sie auf Blut im Urin oder auf andere Signale von Gefährdungen und teilen Sie die Einzelheiten Ihrem Tierarzt mit.