Aufmerksamkeit suchende Hunde

Aufmerksamkeit suchende Hunde

Hunde suchen oft unsere Aufmerksamkeit sowie Zuneigung. Intelligente oder fordernde Hunde lernen schnell, wie sie dieses Ziel erreichen, aber manchmal können diese Bemühungen doch etwas zu viel sein.

Manche Hunde lernen, dass sie unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erhalten, indem sie übermäßig bellen, hochspringen und mit ihren Pfoten verrückt spielen, in die Leine beißen, Gegenstände stehlen, stereotypische Verhaltensmuster (seine eigene Rute verfolgen) oder sogar Aggression an den Tag legen. Bei einem unangemessenen Aufmerksamkeit suchenden Verhalten handelt es sich im Allgemeinen sogar um ein Phänomen, dessen Einschätzung Verhaltensforschern überlassen wird.

Bestimmtes Verhalten abgewöhnen
Hunde erlernen, wie man sich benimmt – wobei dieser Lernprozess nur stattfindet, wenn das Verhalten auf eine bestimmte Art unterstützt bzw. bestätigt wird. Die Erkenntnis, wie Sie ein unkontrolliertes Verhalten Ihres Hundes zur Erregung Ihrer Aufmerksamkeit belohnen, kann sich als nützlich erweisen. Beispielsweise könnte der Hund bellen, während Sie ein Telefonat führen. Diese ärgerliche Angewohnheit wird häufig ignoriert, ausgenommen dass der Hund gelegentlich getadelt und aufgerufen wird, ruhig zu sein. Dies stellt jedoch eine Belohnung dar und verstärkt das ungewollte Bellen zusätzlich. Der Hund bellt weiterhin, weil (a) dadurch Ergebnisse erzielt werden – Sie unterbrechen Ihr Telefonat und (b) ein ruhiges Verhalten ignoriert und für sich nur selten belohnt wird. Verfügen Sie über das Wissen um diese Prinzipien, können Sie das Verhalten des Hundes wesentlich leichter korrigieren.

Grundlagenausbildung
Im Allgemeinen sollten Hunde die grundlegenden Gehorsamkeitsübungen und insbesondere die Kommandos „Sitz“ „Ab“ „Bleib“ und „Bei Fuß“ erlernen und befolgen. Halten Sie die Ausbildung frisch! Eine konsequente Vorgehensweise ist sehr wichtig. So könnte Hunden zuerst das Kommando „Sitz“ erteilt werden, ehe sie etwas holen dürfen bzw. bekommen, das sie wollen – das könnte beispielsweise Aufmerksamkeit, Liebkosungen, Nahrung oder eine Spieleinheit sein – um ihnen auf diese Weise leichter beibringen zu können, in der Umgebung von Personen ihre Gefühle im Zaum zu halten.

Kontrolle durch Leinenführung
Hunde, die zum unkontrollierten Herumlaufen neigen, sollten vor möglicherweise problematischen Situationen stets angeleint werden. Dies ist bei weitem besser als der Versuch, den Hund anzuleinen, nachdem sein schlechtes Verhalten eingesetzt hat. Wenn sich Ihr Hund beispielsweise auf Besucher stürzt, leinen Sie ihn an, bevor Sie die Haustür öffnen – so haben Sie ihn unter Kontrolle und können sein Verhalten gegebenenfalls korrigieren.

Sorgen Sie für Stimulation
Manchmal erhalten Aufmerksamkeit suchende Hunde zu wenig körperliche und geistige Stimulation. Einem Hund sollte wenig, aber über den Tag verteilt häufig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sollten Sie ihm gar keine Aufmerksamkeit schenken, sollten Sie Ihren Hund an Signale gewöhnen, anhand derer er merkt, dass er ignoriert wird (z. B. ihm den Rücken zu kehren, Vermeidung von Augenkontakt, Berührung, Sprachkontakt usw.). Jeglicher Kontakt mit dem Hund muss von Ihnen sowohl ausgehen als auch beendet werden.

Belohnung
Hunde lernen schnell, wenn „gutes“ Verhalten belohnt und „schlechtes“ Verhalten ignoriert wird.

Sollte das Problem nicht abgestellt sein, fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat oder um Vermittlung eines Fachmanns für Hundeverhalten – insbesondere wenn Ihr Hund auch aggressiv werden kann. Mit Verständnis, Konsequenz und Geduld können Sie Ihrem Hund schnell bessere Manieren anerziehen und Ihr Hund wird weniger auf Sie angewiesen sein.