Trennungsangst beim Hund

Hunde sind von Natur aus sozial und sehnen sich nach Gesellschaft - aus diesem Grund kommen sie so gut mit uns klar. Einen Hund allein zu lassen kann schwierig werden: Wenn ihm nicht beigebracht wird, wie man mit dem Alleinsein umgeht, kann dies zu trennungsbezogenen Problemen führen, die allgemein als Trennungsangst, Trennungsstress oder Angst vor dem Alleinsein bekannt sind.
Hund liegt auf dem Teppich
Hund liegt auf dem Teppich
Hund liegt auf dem Teppich

Lesen Sie weiter, um die häufigen Symptome der Trennungsangst von Hunden zu erkennen und herauszufinden, wie Sie ihnen mit unserem nützlichen Leitfaden helfen können, diese zu überwinden.

Warum bekommen Hunde Trennungsangst?

Häufig glauben Hundebesitzer, dass das Verhalten Ihres Hundes, wenn Sie ihn allein lassen, Ausdruck von Verärgerung oder Unerzogenheit ist, allerdings handelt es sich schlichtweg um Angst. Trennungsangst bei Hunden entsteht, wenn ihnen nicht die notwendigen Bewältigungsstrategien beigebracht wurden, um mit der Zeit allein fertig zu werden. Um sich das Gefühl etwas besser vorstellen zu können, können Sie es mit einer menschlichen Panikattacke vergleichen.

Es ist unglaublich schwierig, mit einem Hund umzugehen, der nicht allein gelassen werden kann. In der Tat handelt es sich wahrscheinlich sogar um eine der am schwierigsten zu überwindenden Verhaltensstörungen von Hunden. Wie bei vielen verhaltensbedingten Problemen ist Vorbeugung jedoch viel besser als Heilung, weswegen man seinen Welpen von Anfang an trainieren sollte.

In den meisten Fällen manifestiert sich diese Angst beim Welpen von Anfang an. Besitzer sind von ihrem neuen Welpen so begeistert, dass sie sich freuen, wenn er ihnen überall hin folgen will. Natürlich ist diese Bindung von entscheidender Bedeutung, doch wenn Sie zulassen, dass er ständig bei Ihnen ist, ist es auch das, was Ihr Welpe im Laufe des Lebens erwartet. Wenn Sie ihn dann plötzlich allein lassen, bricht für den Hund ohne Sie eine Welt zusammen.

Hund hat das Kissen zerfetzt

Symptome der Trennungsangst bei Hunden

Die Symptome von Trennungsangst bei Hunden variieren von leicht bis extrem und können die folgenden Ausprägungen aufweisen:

  • Übermäßiges Bellen und/oder Heulen bei Verlassen des Raumes
  • Ankauen von Gegenständen und andere unerwünschte Verhaltensweisen
  • Verlust der Stubenreinheit
  • Kratzen an Türen
  • Toben über "Tische und Bänke"
  • Übermäßiges Hecheln und Speichelbildung
  • Fluchtversuche
  • (Auto)Aggressives Verhalten

Trennungsangst beim Hund von Anfang an abgewöhnen

Lassen Sie den Hund wissen, dass er Ihnen vertrauen kann

Von der Minute, in der Sie Ihren Hund mit nach Hause nehmen, muss er lernen, dass er darauf vertrauen kann, dass Sie für ihn da sind. Aber es gibt auch Zeiten, in denen er nicht immer bei Ihnen sein kann – und das ist vollkommen in Ordnung. Gewöhnen Sie Ihren Hund daran, indem Sie in einen anderen Raum gehen und ihn für ein paar Minuten allein lassen. Am besten mit einer spaßigen Ablenkung, wie seinem Abendessen oder einer Belohnung.


Machen Sie keine große Sache daraus

Gehen Sie einfach leise weg und kehren Sie ohne viel Aufsehen zu Ihrem Hund zurück. Machen Sie Ihr Kommen und Gehen von Anfang an zu einem natürlichen Teil des Lebens und geben Sie dem Hund das Gefühl, dass es keine Katastrophe ist, nicht jede Minute bei Ihnen zu sein.


Tasten Sie sich langsam heran

Sie sollten langsam anfangen Ihren Welpen für fünf Minuten, dann 10 Minuten, dann 30 Minuten allein zu lassen. Dies steigern Sie bis Sie eine Stunde abwesend sind. Aber achten Sie stets darauf, das Training langsam und mit Bedacht anzugehen.


Spielzeug oder Leckerlis gegen Trennungsangst

Beschäftigen Sie Ihren Hund mit etwas, das ihn von Ihrer Abwesenheit ablenkt in einem vollkommen sicheren Bereich, in dem er sich wohl fühlt. Wenn Sie dem Hund etwas Leckeres geben, mit dem er sich beschäftigen kann, kann er Ihre Abwesenheit im besten Fall sogar als etwas positives betrachten, worauf er sich sogar freut. Verwenden Sie Futterbälle gefüllt mit seinen Lieblingssnacks oder sein Lieblingsspielzeug.

Technologie nutzen

Richten Sie Zuhause eine Webcam mit einer App ein, damit Sie Ihren Hund auf Ihrem Smartphone beobachten können, während Sie unterwegs sind. So haben Sie Gewissheit, dass es Ihrem Hund gut geht.

Sie haben Ihrem Hund jetzt beigebracht, dass es sicher ist, allein zu sein. Aber denken Sie daran, dass Hunde Gesellschaft und sozialen Kontakt brauchen und kein Hund glücklich ist, wenn er regelmäßig stundenlang allein bleiben wird!

Hund kaut auf Hundespielzeug herrum

Trennungsangst beim Hund behandeln

Es ist einfacher Trennungsangst von Hunden vorzubeugen als mit einem bestehenden Problem zurecht zu kommen. Das hilft bei erwachsenen Hunden, die unter Trennungsangst leiden:

  1. Beginnen Sie zunächst mit den Grundlagen. Wie geht Ihr Welpe mit der Zeit um, in der er getrennt von Ihnen ist? Halten Sie die Momente der Trennung von Ihnen während dieser Trainingsphase möglichst kurz. Ihr Hund sollte am besten generell noch nicht allein gelassen werden, sodass Sie möglicherweise einen Haustier-Sitter oder einen Freund benötigen, der Ihnen dabei hilft.
     
  2. Wenn Sie damit beginnen, Ihren Welpen zeitweise allein zu lassen, bauen Sie die Intervalle sehr langsam auf - und verwenden Sie eine Webcam, damit Sie wissen, dass Ihr Hund entspannt ist.
     
  3. Lassen Sie ihn mit einem sicheren, interaktiven Spielzeug (z.B. einem gefüllten Futterball) und mit laufendem Radio oder Fernseher allein.
     
  4. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund müde ist, wenn Sie ihn verlassen. Im Gegensatz zu einem nicht ausgelasteten Energiebündel ist es wahrscheinlicher, dass er einfach einschläft. Am besten gehen Sie vorher ausreichend mit ihm spazieren oder verwickeln ihn in ein aufregendes Spiel.
     
  5. Machen Sie kein großes Aufheben darum, ob Sie gehen oder zurückkommen. So vermitteln Sie Ihrem Hund, dass Kommen und Gehen etwas ganz Natürliches ist.
     
  6. Versuchen Sie, Ihre Abschiedsroutine zu variieren, damit Ihr Hund sich nicht daran gewöhnt und Ihr Gehen nicht schon fürchtet.
     
  7. Wenn Ihr Hund ein schwerwiegenderes trennungsbedingtes Problem hat, sollten Sie Ihren Tierarzt fragen, oder einen akkreditierten Verhaltensforscher kontaktieren, der Ihnen dabei hilft, einen Therapieansatz auszuarbeiten, um das Problem zu überwinden.

 

Machen Sie sich vor Anschaffung bewusst, dass Hunde soziale Tiere sind. Wenn Sie Ihren Hund häufig über einen längeren Zeitraum allein lassen müssen, überdenken Sie am besten nochmal, ob es wirklich eine gute Idee ist, sich einen Hund zuzulegen.

Für weitere Tipps und Tricks, wie Sie Ihren Hund davon abhalten können, schlechte Verhaltensweisen an den Tag zu legen, lesen Sie unseren ausführlichen Leitfaden dazu, wie man Welpen das Schnappen, Knabbern und Anspringen abgewöhnt. Wenn Sie sich einen neuen Welpen anschaffen möchten, schauen Sie doch auch bei unserem Leitfaden zur Begrüßung Ihres neuen Welpen in seinem Zuhause vorbei!