Dein Stubentiger – das unbekannte Wesen?
Katzen-Verhalten in den unterschiedlichsten Ausführungen

Genau wie wir Menschen besitzen auch unsere Schlingel einen ganz eigenen, individuellen Charakter, der ihnen angeboren ist und der das Katzen-Verhalten nachhaltig prägt. Natürlich formen auch Umfeld und Umgang die kleinen Racker, aber Katzen sind unabhängige Wesen und wollen diese Freiheit auch nicht verlieren. Bereits ganz junge Katzen verhalten sich einem bestimmten Typ entsprechend, den man – eine gute Beobachtungsgabe vorausgesetzt – bereits in diesem Alter erkennen kann.

Hast du deinen süßen Schlingel auch schon einmal typisiert? Schau doch mal in unserer Racker-Typologie nach, ob du richtig liegst und wie du deinen kleinen Stubentiger charaktergerecht verwöhnen kannst!

Der sanftmütige Schmusekater
Als absoluter Genießer ist er geradezu süchtig nach Zuwendung und menschlicher Wärme – für Streicheleinheiten lässt er alles andere stehen und liegen. Egal ob du den Schmusekater beim Lesen oder Fernsehen stundenlang kraulst, ihn beim Vorbeigehen nur schnell mal streichelst oder ihn mit einer ausgiebigen Katzenmassage so richtig verwöhnst – er wird es in vollen Zügen genießen und dir jede Zärtlichkeit danken. Mit dem Einfordern von Streicheleinheiten bekundet der Schmuseracker auch seine Verbundenheit zu dir.

Der freiheitsliebende Streuner
Diese starke Persönlichkeit weiß genau was sie will – und wie sie es bekommt. Zwang hingegen kann der Streuner gar nicht leiden und wird sich mit dem entsprechenden Protest dagegen wehren. Gehst du aber auf seinen Freiheitsdrang ein, wird er dir seine stolze Persönlichkeit auf charmanteste Weise unter Beweis stellen. Wenn eine Haltung nur als Hauskatze möglich ist, sollte man den Freiheitsdrang dieses Schlingels mit ausreichend Platz zum Toben in der Wohnung belohnen. Auch ein eingezäunter Balkon wird von diesem kleinen Abenteurer dankend angenommen.

Der übermütige Spielfan
Dass junge Kätzchen besonders viel und gern spielen, ist bekannt – bis zur völligen Erschöpfung wird da getobt, gejagt und gewetzt. Einige Katzen verhalten sich auch als erwachsene Schlingel noch übermütig und die Spiellust scheint bei ihnen kaum gebremst. Für diese Katzen ist das ganze Leben ein herrliches Spiel und jede Gelegenheit wird genutzt sich auf „ihrer Bühne“ als „Clown“ zu präsentieren. Wenn du diesen Katzen keinen vierbeinigen Partner bieten kannst, bist du als Spielkamerad gefordert – mit immer wieder neuen Spielen, kleinen Überraschungen und interessanten Spielsachen wirst du bei deinem verspielten Racker so richtig punkten können.

Das scheue Wesen
Manche Katzen verhalten sich vorsichtig und deshalb eher scheu, was nicht unbedingt etwas mit Angst zu tun haben muss. Diese Katzen kategorisch in die Schublade „Angsthase“ zu stecken, wäre daher falsch. Viele dieser zurückhaltenden, liebenswerten Stubentiger haben durchaus ein ausgeglichenes Wesen und kein Problem damit, die Welt erst einmal aus gebührendem Abstand zu betrachten. Gewinnt man dabei aber ihr Vertrauen, kommt es zur ganz großen Liebe.

Die Diva
Nicht ohne Grund wurden im alten Ägypten Katzen als heilig verehrt. Ob Hauskatze oder Freigänger, viele Katzen verhalten sich auch heute noch als „Diva“. Und wehe, das „Personal“ zollt ihr nicht den gebührenden Respekt und die nötige Aufmerksamkeit – da kannst du als Besitzer schon mal mit herablassender Verachtung gestraft werden. Selbst kleinere Verfehlungen, wie z.B. das Füttern eines anderen Katzenfutters, kann die Diva – die durchaus auch männlich sein kann – als absolut kränkende Beleidigung empfinden. Gelingt es dir allerdings den stolzen Schlingel entsprechend zufriedenzustellen, wird die Diva ihre Zufriedenheit mit entsprechendem Wohlwollen dir gegenüber honorieren. Selbst diese Katzen verhalten sich dann auch mal gönnerhaft und belohnen dich mit viel Zuwendung.

Der Kampftiger
Auch hier wäre es falsch, gleich die Schublade „aggressive Katze“ zu öffnen, denn das würde diesem Racker Unrecht tun. Die meisten Vertreter dieser Kategorie sind sehr selbstbewusste, dominante Tiere, die ungeduldig und sogar gereizt reagieren können, wenn es nicht nach ihrem hübschen Köpfchen geht. Auch möchten sie oft nur wenig oder an bestimmten Stellen gar nicht angefasst und gestreichelt werden. Katzen verhalten sich in der Regel nur dann wirklich aggressiv, wenn sie unterfordert sind und ihren Tatendrang nicht ausleben können. Respektiert man allerdings ihre Eigenarten und gibt ihnen genug Freiraum sich auszutoben, findet man in diesen „wilden Kerlen“ einen besonderen Freund.

Die Verfressene
Bei diesen, in der Regel äußerst gemütlichen Exemplaren zählt nur Futter, Futter und nochmals Futter! Bewegt wird sich hingegen nur zu einem guten Ziel hin - z.B. zum Futternapf oder einem gemütlichen Schlafplatz, was häufig bei unseren Hauskatzen zu beobachten ist. Da du der „Dosenöffner“ bist, hast du bei diesen genusssüchtigen Rackern leichtes Spiel und wirst automatisch geliebt. Umso wichtiger ist es, dass du deinen Racker beim Gewichtsmanagement unterstützt. Füttere z.B. ein kalorienreduziertes Futter, nötige deinen kleinen Faulpelz durch unwiderstehliche Spiele zum kleinen Fitnessprogramm oder trickse ihn durch Futterspiele aus. So kannst du für ein gemütliches aber gesundes und langes Katzenleben sorgen, denn Fettleibigkeit kann leider viele gesundheitliche Probleme mit sich ziehen. Soviel Fürsorge wird dir dein kleiner Schleck-weg-Schlingel auf jeden Fall danken.

Egal in welchem Typ du das Katzen-Verhalten deines kleinen Rackers wiedererkennst – eines haben die liebenswerten Schlingel alle gemeinsam: Sie sind kleine Abenteurer, die ihre Freiheit lieben und ihren ganz eigenen Charakter haben. Und sie alle lieben „ihren Menschen“!

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