Katzen alleine halten – brauchen sie eine Tatze an ihrer Seite?
(Dr. Anja Hesse)

Aufgrund ihrer ganz individuellen Art wird Katzen oftmals unterstellt, sie seien Einzelgänger, dabei ist eigentlich sogar das Gegenteil der Fall. Es gibt für die meisten Katzen nichts Schöneres als zusammen mit einer Zweitkatze zu spielen, zu kuscheln, zu raufen, zu jagen oder Abenteuer zu erleben!

Im Doppelpack glücklich
Katzen, die alleine gehalten werden können und richtige Einzelgängerkatzen, die unverträglich mit ihren Artgenossen sind, gibt es nur ganz wenige. Werden Katzen alleine gehalten, entwickeln sie oft Verhaltensauffälligkeiten. Wenn eine Katze in die Wohnung pinkelt anstatt das Katzenklo zu benutzen, das Sofa zerkratzt und die Tapete misshandelt, kann das auch ein Anzeichen für Langeweile sein. Eine Katze, die alleine gehalten wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein ziemlich einsamer kleiner Kerl. Ihm fehlt ein Spielkamerad, ein Schmusepartner, jemand zum gegenseitigen Putzen, jemand mit dem man sich auch mal fetzen kann, um anschließend mit ihm wieder genüsslich das Körbchen zu teilen, jemand mit dem es einem nicht langweilig wird und der einem Gesellschaft leistet, auch wenn der geliebte Mensch mal längere Zeit nicht zu Hause ist. Reine Wohnungsracker sollten daher nach Möglichkeit im Doppelpack gehalten werden.

Etwas anders ist die Situation bei Freigängerkatzen. Sie haben im Unterschied zu ihren Artgenossen in reiner Wohnungshaltung die Möglichkeit, in der Nachbarschaft Freunde zu finden und mit ihren Katzen-Kumpels zu schmusen, zu raufen und Abenteuer zu erleben. Wie du deiner Katze den Weg nach draußen ermöglichst, erfährst du hier.

Die richtige Zweitkatze finden
In der Regel ist es am einfachsten, von Anfang an zwei Wurfgeschwister zu nehmen. Doch auch nachträglich kann die zweite Katze einziehen. Hier gilt es, seinen kleinen Schlingel gut zu kennen, um ihn mit einem gleichgesinnten Partner glücklich zu machen. Denn egal wie sozial die kleinen Schlingel sind, wenn Charakter, Temperament oder Statur zweier Racker so gar nicht zusammenpassen, können schnell die Fetzen fliegen. Auch unsere Katzen hätten gerne einen Partner, der ihnen ähnlich ist, mit dem sie also auf einer Wellenlänge liegen.

Der zweite Schlingel zieht ein – wird es klappen?

Damit die Katze also nicht mehr alleine gehalten wird, zieht ein zweiter Schlingel ein. Anfangs ist es völlig normal, dass sich die Beiden mit Respekt und Vorsicht begegnen. Auch Anfauchen, warnendes Knurren oder gar ein Tatzenhieb sind hier nicht verwunderlich – schließlich muss man sich ja erst einmal kennenlernen. Gut gemeinte Vermittlungsversuche sind meist vergebene Liebesmüh – die beiden müssen sich arrangieren und lieben lernen, egal ob dies nun Stunden, Tage oder gar ein paar Wochen dauert. Wir sollten dabei nur für eine entspannte Atmosphäre sorgen, genug Platz und Rückzugsmöglichkeiten anbieten und uns nicht in Auseinandersetzungen einmischen, denn was geklärt werden muss, muss nun mal geklärt werden. Früher oder später werden die beiden Racker ein Herz und eine Seele sein, sich nicht mehr missen wollen und Freunde fürs Leben werden.

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