Kann man Katzen erziehen?

Katzen sind dafür bekannt, ihren eigenen Kopf zu haben. Allerdings können auch sie Regeln und Kommandos erlernen. Wie Sie aus Ihrem Stubentiger eine zahme Samtpfote machen und welche Tipps es für die Erziehung von Katzen gibt, erfahren Sie hier.

Katzenbaby springt umher

Kann man Katzen ähnlich wie Hunde erziehen?

Die wichtigste Voraussetzung beim Katzen erziehen ist viel Geduld, denn im Gegensatz zu Hunden führen Katzen ein sehr autarkes Leben und gehorchen nicht bedingungslos. Der Grund dafür liegt in den Genen. Konträr zu Hunden jagen Katzen beispielsweise nicht im Rudel. Die Vorfahren unserer Hauskatzen, die Wildkatzen, leben zwar ebenfalls in Rudeln, jedoch ist jedes Mitglied sehr eigenständig – auch bei der Jagd. Dieses Verhalten lässt sich sehr gut bei der domestizierten Katze beobachten: Unsere Stubentiger haben einfach ihren eigenen Kopf. Dennoch können Katzen Regeln erlernen, die das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier harmonischer gestalten. Die Regeln sind ähnlich, wie die Regeln für Hunde. Im Folgenden erfahren Sie, wie man ganz einfach Katzen richtig erziehen kann und was es zu beachten gibt!

Katzenerziehungs-Tipps: Wie erzieht man Katzen richtig?

Grundsätzlich gibt es ein paar wesentliche Punkte und Tipps, die bei der Erziehung von Katzen beachtet werden sollten und die Sie und Ihre Samtpfote unterstützen:

  • Trainieren Sie in Einheiten: Legen Sie einmal am Tag kurze spielerische Trainingseinheiten ein. In einem Übungsblock können Sie dann immer ein konkretes Verhaltensmuster trainieren. Auf diese Weise ist Ihre Katze nicht abgelenkt und kann sich auf eine Aufgabe konzentrieren.
  • Bestrafen ist tabu: Auch wenn sie mal nicht auf ein Kommando hört und es mit dem Katzen erziehen nicht immer reibungslos klappt, sollten Sie Ihre Katze niemals bestrafen oder ihr aggressiv gegenübertreten. Katzen merken sich dieses Verhalten. Aggressivität und Bestrafung können das tierisch-menschliche Vertrauensverhältnis dauerhaft stören und zu Protestverhalten bei Ihrer Katze führen.
  • Sprechen Sie ruhig und mit warmer Stimme: Katzen mögen sanfte Töne. Nutzen Sie diese Vorliebe für sich und sprechen Sie mit einer ruhigen und sanften Stimme mit ihr. Auch ein sanftes “Nein” wird dann verstanden.
  • Seien Sie konsequent: Wenn Sie zum einen nicht möchten, dass Ihre Katze am Tisch bettelt, ihr wiederum aber etwas vom Tisch geben, werden Sie bei Ihrem Feinschmecker auf taube Ohren stoßen. Denn sie hat gelernt: “Ab und an kriege ich was vom Tisch. Also bin ich lieber da, wenn mein Besitzer isst.”

Clickertraining als Methode zum Katzen erziehen

Ein weiterer Erziehungstipp für das Katzen erziehen ist die Clickermethode, die ebenfalls oft bei der Hundeerziehung angewendet wird. Ziel des Clickertrainings ist Ihrer Katze Regeln beizubringen bzw. ihr unangebrachte Verhaltensmuster abzugewöhnen – was oft allein durch das Ermahnen der Samtpfote nicht funktioniert.

Das Clickertraining basiert dabei auf den Pawlowschen Reflexen. Das heißt jedes Mal, wenn Sie Ihren Liebling rufen und er daraufhin zu Ihnen kommt, geben Sie ein Leckerli zur Belohnung und klicken gleichzeitig den Katzen-Clicker. So lernt die Katze, dass das Geräusch des Klickens bedeutet, dass sie etwas gut gemacht hat und verbindet damit ein positives Gefühl. Nach einiger Zeit benötigen Sie dadurch keine zusätzlichen Leckerlis, sondern der Clicker reicht aus. Außerdem ermöglicht das Clickertraining es, dass Sie Ihrer Samtpfote zum Beispiel kleine Katzen-Tricks beibringen können und sie dadurch gleichzeitig spielerisch und ansprechend beschäftigt wird.

Babykatze guckt nach oben

Ab wann kann man Katzenbabys erziehen?

Das A und O der Erziehung von Katzen ist es, so früh wie möglich damit zu beginnen. Bereits wenn Sie Katzenbabys nach Hause holen, können Sie spielerisch mit der Erziehung starten. Grundsätzlich gilt es, das Katzenbaby nicht vor der 12. Woche von der Katzenmama zu trennen, da in den ersten Wochen die Mutter der Babys nicht nur eine wichtige Beschützerrolle erfüllt, sondern ebenfalls die kleinen Samtpfoten erzieht und ihnen die ersten Schritte ihres Daseins zeigt. Anschließend können Sie spielerisch mit der Eingewöhnung und dem Erziehen beginnen. Ab dem 6. Monat werden die Kätzchen langsam zu erwachsenen Katzen und eine tiefe Bindung zu Ihnen kann entstehen, die ein Leben lang bleibt.

Meine Katze bettelt. Was soll ich tun?

Ihre Katze starrt Sie mit bettelndem Blick beim Essen an oder miaut sogar auffordernd? In diesem Fall sollten Sie Ihre Katze über einen längeren Zeitraum konsequent beim Essen ignorieren. Schenken Sie ihr Aufmerksamkeit, fördert das nur ihr Verhalten und Ihr Stubentiger fühlt sich bestätigt. Folglich wird er weiterhin um Essen betteln. Des Weiteren sollten Sie feste Fütterungs-Gewohnheiten einhalten und im Vorhinein festlegen, wie oft Sie Ihre Katze füttern. So kann Ihre Katze sich darauf einstellen, dass es bald Futter gibt.

Muss ich meine Katze überhaupt erziehen?

Katzen erziehen dient nicht nur dazu, das Zusammenleben mit dem Menschen angenehmer zu machen. Auch im Hinblick auf Gefahrenquellen ist Erziehung sehr wichtig. Ein Sprung auf die warme Herdplatte oder das Spielen mit dem Kabel des Bügeleisens sind Dinge, die verhindert werden sollten. Bringen Sie Ihrer Katze also von klein auf mit einem beherzten “Nein” oder “Runter” bei, dass diese Orte für sie tabu sind.

Sie möchten noch mehr über die Katzenerziehung erfahren? In unserem Artikel zum unerlaubten Kratzen an Tapeten und Möbeln erfahren Sie, wie Sie Ihrer Katze das Kratzen an verbotenen Gegenständen abgewöhnen können.