Katzenerziehung: Gewöhnen Sie Ihrer Katze das Kratzen an Möbeln und Tapete ab!

Krallenwetzen ist ein natürlicher Instinkt

liegende Katze lehnt sich mit ihrer Rückseite an eine Sofalehne

Wir lieben die vielen positiven Eigenschaften unserer Samtpfoten, und alles wäre perfekt, wenn da nur eines nicht wäre, nämlich das Kratzen unserer Lieblinge an Tapeten und Möbeln. Um es vorweg zu nehmen: Es ist nicht möglich, Katzen jegliches Kratzen abzutrainieren. Katzen sind Raubtiere und das Schärfen der Krallen gehört zu ihren natürlichen Instinkten. Da die Krallen kontinuierlich nachwachsen, werden sie durch das Wetzen auf rauen Oberflächen in der richtigen Länge gehalten. Darüber hinaus dient das Kratzen auch der Reviermarkierung. An den Katzenpfoten befinden sich nämlich Drüsen, die beim Kratzen Pheromone abgeben. Dadurch wird eine Duftmarke gesetzt, die Rivalen auf Abstand halten soll. Aber: Auch Katzen können Regeln lernen. Und wir können unsere Samtpfote dazu bringen, dort bevorzugt die Krallen zu wetzen, wo es uns nicht stört, zum Beispiel am Kratzbaum.

Kratzbäume oder Kratzbretter bieten alternative Kratzstellen

Wenn Sie Ihre Katze vom unerwünschten Krallenschärfen an der Inneneinrichtung abbringen möchten, sollte in jedem Zimmer einer Wohnung mindestens eine erlaubte Kratzstelle vorhanden sein. Platzieren Sie einen Kratzbaum, einen Sisalstamm oder ein einfaches Kratzbrett an den Lieblingsplätzen Ihrer Samtpfote. Bewährt haben sich vor allem möglichst deckenhohe Kratzbäume mit Ruheplattformen in unterschiedlicher Höhe. Damit kommen Sie zugleich dem natürlichen Bedürfnis Ihrer Samtpfote nach einem Aussichtsplatz nach und erhöhen die Attraktivität des Katzenmöbels. Um einen neu erworbenen Kratzbaum schmackhaft zu machen, könnten Sie ihn außerdem mit Baldrian oder Katzenminze versehen. Kratzbäume aus Zoohandlungen sind in der Regel bereits mit speziellen Substanzen behandelt, die Katzen gerne mögen.

Die Katzenerziehung erfordert viel Geduld

braun-schwarz getigerte Katze balanciert auf Sofalehne

Katzen das Kratzen an Tapeten und Möbeln abzugewöhnen, erfordert viel Geduld und Ausdauer. Im Gegensatz zu vielen Hunderassen, sind unsere Samtpfoten von Natur aus selbstständiger und haben nicht den unbedingten Willen, ihrem Menschen bedingungslos zu folgen. Man kann durch die Katzenerziehung aber ein bestimmtes Verhalten an- oder abgewöhnen, indem man die natürliche Neugierde und Lernwilligkeit der Samtpfoten nutzt. Ideal ist es, schon beim Kätzchen im Alter von 10 bis 12 Wochen zu beginnen. Dabei sollten Sie sich immer auf das Üben eines bestimmten Verhaltensmusters zurzeit konzentrieren. Katzen reagieren auf die leisen Töne. Sprechen Sie mit warmer, ruhiger Stimme zu ihrem Wohnungsgenossen, aber benutzen Sie immer dieselben, kurzen Ansagen, damit Sie verstanden werden.

Wie Sie die Katze an den Kratzbaum gewöhnen

Um im Rahmen der Katzenerziehung Ihre Samtpfote umzugewöhnen, sollten Sie sie loben, so oft sie von den erlaubten Kratzstellen Gebrauch macht. Bestätigen Sie das Lob mit Streicheleinheiten oder Leckerlis und lenken Sie die Aufmerksamkeit der Katze immer wieder spielerisch auf diese Plätze, z.B. in dem Sie dort Spielzeug deponieren. Erwischen Sie Ihre Katze dagegen beim Kratzen an der Tapete oder an einem Möbelstück, reagieren Sie mit einem klaren „Nein“ und setzen Sie das Tier umgehend an den erlaubten Kratzplatz. Hier ist schnelles und konsequentes Reagieren wichtig. Katzen können so erwünschtes Verhalten erlernen und werden dann die Kratzstelle mit den Leckerlis vorziehen. Auch können Sie sich den feinen Geruchssinn der Katzen zunutze machen. Samtpfoten meiden säuerliche Gerüche und Orte, die danach riechen. Präparieren Sie die Stellen, die Ihre Katze meiden soll, mit natürlichen Aromastoffen wie zum Beispiel Zitrusöl.



weiß-graue Katze springt von einem Regal

Auffälliges Kratzen kann auch ein Hinweis sein

Sollte Ihre Katzenerziehung überhaupt keine Wirkung zeigen, ist das unerwünschte Verhalten vielleicht auch ein Signal für Langeweile Ihrer Samtpfote. Wohnungskatzen, besonders wenn sie allein gehalten werden, reagieren auf zu wenig Anregung oft mit verstärktem Kratzen an Interieur und Wänden. In diesem Fall helfen regelmäßige Spielzeiten, bei denen sich Ihre Samtpfote richtig austoben kann. Auch gestresste Katzen versuchen oft, ihre Aggression auf diese Weise abzubauen. Nehmen Sie diese Zeichen gern zum Anlass, mehr Zeit mit Ihrer Samtpfote zu verbringen. Wenn Kater auffallend viel Kratzen, kann das auf ein überdurchschnittlich starkes Revierverhalten hindeuten. In diesem Fall sollten Sie vielleicht über eine Kastration nachdenken.