​kleiner Hund steht neben liegener grau-weißer Katze

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Unsere Tipps

So funktioniert das gemeinsame Halten von Katzen und Hunden

Szenen aus dem Alltag eines Haustierbesitzers: Ein Hund jagt einer Katze hinterher – und macht gleich wieder Kehrt. Entweder, weil er die Schnelligkeit der Katze unterschätzt hat oder nicht bedacht hat, dass Katzen auch Krallen haben. Diese Fehde zwischen Hunden und Katzen beobachten wir Menschen seit Jahrhunderten. Vermutlich handelt es sich dabei aber wohl eher um ein großes Missverständnis. Das heißt jedoch nicht, dass sich Hunde und Katzen in Wahrheit wunderbar vertragen, wenn Mensch nicht hinsieht. Falls Ihr Hund und Ihre Katze einmal aneinander geraten, kann es vor allem bei der ersten Begegnung unschön werden. Dem feindseligen Umgang liegt aber vermutlich keine angeborene Feindschaft zu Grunde. Katzen und Hunde können einander schwer verstehen. Dafür sind ihre Körpersprache und Verhaltensweisen zu verschieden.

Wenn Sie einen Hund in Ihren bestehenden Katzenhaushalt integrieren möchten, haben Sie also eine ziemliche Herausforderung vor sich – Hund und Katze aber auch. Wie die Zusammenführung von Hunden und Katzen und die gemeinsame Haltung reibungslos funktionieren können, zeigen wir Ihnen hier.

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In Kürze: Wie kann ich Katze und Hund aneinander gewöhnen?

  • Im besten Fall: Fangen Sie früh mit der Zusammenführung von Hund und Katze an. Jungtiere gewöhnen sich am schnellsten an fremde Arten.
  • Führen Sie Katze und Hund schrittweise zusammen: Zuerst in getrennten Räumen, dann das erste Treffen unter Ihrer Aufsicht.
  • Bedenken Sie die unterschiedliche Körpersprache von Hunden und Katzen. So können Sie Konflikte frühzeitig erkennen.
  • Schaffen Sie Rückzugsorte für beide Tiere.
  • Schenken Sie sowohl der Katze als auch dem Hund Aufmerksamkeit – und zwar zu gleichen Teilen. Fördern Sie keine Konflikte.
  • Belohnen Sie positives Verhalten.
  • Ganz wichtig: Bleiben Sie geduldig.

Viele dieser Punkte gelten auch, wenn Sie zwei Katzen aneinander gewöhnen bzw. zusammen halten möchten. Das Wichtigste ist, dass Sie als Besitzer die Ruhe bewahren und sich der Verantwortung gegenüber Ihren Haustieren bewusst sind. Nehmen Sie sich die Zeit, das Verhalten Ihrer Katze und Ihres Hundes bei der ersten Begegnung und in den ersten Wochen genau zu beobachten. Geben Sie aber auch den Tieren Zeit, sich aneinander zu gewöhnen, um die Sprache des anderen zu lernen.

Unterschiedliche Körpersprache von Katze und Hund verstehen

Schon in der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt es immer wieder Missverständnisse. Die Probleme werden nicht weniger, wenn verschiedene Spezies interagieren. Sitzt Ihre Katze zum Beispiel schnurrend auf der Fensterbank, können Sie gemäß der Katzensprache deuten, dass sie sich wohlfühlt. Der Hund versteht es allerdings als ein warnendes Knurren.

Auch der Schwanz von Hund und Katze sorgt regelmäßig für Missverständnisse. Bewusst oder unbewusst, sowohl Hunde als auch Katzen „sprechen“ unheimlich viel mit ihrem Schwanz – aber kommunizieren quasi mit grundverschiedener Grammatik. Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, signalisiert er Freude und Euphorie. Für Ihre Katze wiederum ist es eine angriffslustige Warnung, denn Katzen wedeln mit dem Schwanz nur, wenn Sie nervös sind oder sich bedroht fühlen. Bei Katzen ist ein hoch aufgerichteter Schwanz oft ein Zeichen der Begrüßung und Aufgeschlossenheit, bei Hunden schnellt der Schwanz in die Höhe, wenn sie bereit zum Angriff sind.

So unterstützen Sie die Harmonie zwischen Hund und Katze

Wichtig für ein reibungsloses Zusammenleben von Hund und Katze ist ein positiver Start. Bereiten Sie Ihre Katze und Ihren Hund einzeln auf die erste Begegnung vor. Dadurch verhindern Sie, dass auf beiden Seiten Stress bei der Zusammenführung auftritt, der die Beziehung langfristig belasten könnte.

Halten Sie zu Beginn Ihre Katze und Ihren Hund erst in unterschiedlichen Räumen. So können beide den Raum mit eigenen Duftmarken abstecken. Nach einer gewissen Zeit können Sie die Räume wechseln. Auf diese Weise kann Ihre Katze sich an den Hundegeruch gewöhnen und umgekehrt. Treffen Katze und Hund dann zum ersten Mal aufeinander, sollten Sie auf jeden Fall dabei sein. Damit es zu keinen Streitigkeiten kommt, sollten Sie Ihren Hund am besten anleinen. Dadurch haben Sie die Kontrolle über die Situation und können beruhigend auf Ihre Haustiere einwirken.

Versuchen Sie Geduld zu bewahren: Bis Sie Hund und Katze entspannt zusammen halten können, werden einige Wochen Eingewöhnungszeit ins Land ziehen müssen. Bis dahin sollten Sie beide Tiere nicht unbeaufsichtigt in einem Raum lassen.

Geben Sie beiden immer wieder die Chance, Abstand vom anderen zu gewinnen. Vor allem Ihre Katze braucht ihren Freiraum. Dies kann schon ein Platz auf der Fensterbank oder auch ein Kratzbaum sein, den der Hund nicht erreichen kann. Aber auch der Hund wird einen persönlichen Rückzugsort wertschätzen. Vergessen Sie nicht, beide für Erfolge zu belohnen. Katze und Hund beschnuppern sich friedlich? Belohnen Sie dieses Verhalten! Das hebt die Stimmung und verstärkt das gewünschte Verhalten. Aber übervorteilen Sie dabei keines der Tiere! Beide sollten gleich viel Zuwendung und Belohnungen von Ihnen bekommen, damit kein Neid entsteht.

Hunde und Katzen sind sehr lernfähig. Haben sich Hund und Katze die Körpersprache und den Geruch des jeweils anderen eingeprägt, kann nach einer gewissen Gewöhnungsphase sogar eine Freundschaft entstehen.

Katzen reagieren auf Eindringlinge meistens ablehnend. Geben Sie ihr deshalb viel Zuneigung.
Junge Tiere lernen schneller und können sich deshalb schneller aneinander gewöhnen. Wachsen eine junge Katze und ein junger Hund gemeinsam auf, kommt es nur selten zu Reibungen, da sie ihr Umfeld gar nicht anders kennen.