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Katzenmutter mit Kätzchen

Wohnungskatze oder Freigänger?

5 min Lesezeit

Die meisten Tierhalter in Europa lassen ihre Katze nach draußen gehen. Es gibt allerdings auch Halter, die sich anders entscheiden und sie ausschließlich im Haus halten. Dieser Artikel zeigt die Vor- und Nachteile beider Arten der Katzenhaltung auf und spricht Themen an, die in dem Zusammenhang wichtig sind.

 

Vorteile einer Wohnungskatze

Von einer Wohnungskatze spricht man dann, wenn deine Katze ausschließlich in der Wohnung lebt. Wohnungskatzen haben in der Regel auch keinen Zugang nach draußen – maximal können sie auf einem Balkon etwas frische Luft schnuppern. Ist deine Katze schon ihr ganzes Leben lang an ihre vier Wände gewöhnt, kann sie dort ein sicheres, zufriedenes und glückliches Leben führen.

Sie wird regelmäßig gefüttert, hat immer Trinkwasser zur Verfügung und bekommt regelmäßige Streichel- und Krauleinheiten von dir.

Voraussetzung ist allerdings, dass du deiner Wohnungskatze ein katzenfreundliches Zuhause bietest. Deine Katze sollte vor Gefahren in deiner Wohnung sicher sein und ausreichend Möglichkeiten zum Klettern und Spielen haben, sowie sich die Krallen zu schärfen und immer wieder neues zu entdecken.

Ein weiterer Vorteil von Katzenhaltung in der Wohnung ist der Erhalt anderer Tierarten: Hauskatzen jagen nicht im Freien und reduzieren so die hohe Zahl von Todesfällen bei Vögeln, insbesondere während der Fortpflanzungssaison.

 

Gefahren für Freigänger

Erst mit der Erfindung von Katzenstreu in den 1950er Jahren konnten sich Katzenbesitzer dafür entscheiden eine reine Wohnungskatze zu halten. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass Hauskatzen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung haben als Freigänger. Dies liegt daran, dass Freigänger draußen folgenden Gefahren ausgesetzt sind:

  • Diebstahl - Wertvolle Rassekatzen werden auf der Straße schneller gestohlen.
  • Verlaufen - Outdoor-Katzen verirren sich manchmal in Garagen, Schuppen oder sogar Kofferräumen und finden nicht mehr heraus.
  • Verkehrsunfälle - Fahrende Autos sind die Haupttodesursache für Katzen, die sich draußen aufhalten. Besonders junge Kätzchen sind betroffen, da sie das Risiko des Verkehrs noch nicht einschätzen können.
  • Raubtiere -  Freigänger sind vor Füchsen und anderen Räubern natürlich geschützt.
  • Kämpfe - Wenn Outdoor-Katzen in Kämpfe mit anderen Tieren geraten, können sie sich leicht verletzen.
  • Vergiftungen - Auch wenn es nicht oft vorkommt, können sich Outdoor-Katzen versehentlich mit schädlichen Substanzen vergiften. Zum Beispiel mit Frostschutzmittel, Schneckenkorn oder Rattengift.
  • Infektionskrankheiten - Draußen lebende Katzen sind viel in Kontakt mit anderen Tieren und können sich so Parasiten und Infektionskrankheiten einfangen. Diese können nicht nur von Tieren, sondern auch von giftigen Pflanzen oder herumliegende Gegenstände wie rostige Nägel übertragen werden.

 

Die Vorteile der Freigänger

Trotz der Gefahren für Katzen, die ihr Leben draußen verbringen, sprechen auch viele Faktoren für die Freigänger-Katzenhaltung.

Der Hauptvorteil liegt in der psychischen Gesundheit und dem Wohlbefinden deiner Katze: Katzen sind darauf ausgelegt, ihr Territorium zu markieren, ihren stark ausgeprägten Geruchssinn, ihr Gehör und ihren Tastsinn zu nutzen, um ihrer Beute aufzulauern und sie zu jagen.

Wenn du deiner Katze erlaubst rauszugehen, kann sie ihre natürlichen Verhaltensweisen besser ausleben. Das könnte der Grund dafür sein, weshalb Katzen im Freien seltener an psychischen Erkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten leiden als reine Wohnungskatzen.
Auch haben Freigänger draußen mehr Bewegung, weshalb sie weniger anfällig für Fettleibigkeit und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen sind. Sie sind den ganzen Tag damit beschäftigt ihre Umgebung zu erkunden, sodass kaum Langeweile aufkommen kann. Ein Vorteil für dich als Halter: Eine freilaufende Katze macht dir weniger Arbeit. Denn wenn sie nach Hause kommt, ist sie erschöpft von den Erlebnissen und wird viel schlafen. Sie hat sich außerdem draußen an Bäumen und Holz die Krallen geschärft, was deine Möbel verschont.

 

Welche Katze für die Wohnung?

Ob du dir eine Wohnungskatze oder einen Freigänger zulegen, ist dir überlassen. Es gibt allerdings Katzenrassen und -charaktere, die sich besonders gut als Wohnungskatze eignen. Denn nicht jede Katze hat den gleichen Bewegungsdrang, das gleiche Bedürfnis nach Ruhe, Aufmerksamkeit oder Gesellschaft.

Wohnungskatzen sollten auch mit weniger Bewegung und Auslastung gut auskommen und deine Gesellschaft und Streicheleinheiten genießen können – das ist nicht bei jeder Katze der Fall.

Katzenrassen, die du aufgrund ihres Wesens in der Regel problemlos als Wohnungskatze halten kannst sind die Maine Coon, Perserkatze, Heilige Birma, die Britisch Kurzhaar und Ragdoll. Fast jede Katze freut sich außerdem über die Gesellschaft einer weiteren Wohnungskatze. Eine Katze allerdings, die bereits ein Leben als Freigänger kennt, wird als Wohnungskatze nicht glücklich werden.

 

Freilauf für Wohnungskatzen?

Wenn du eine reine Wohnungskatze hast, solltest du es dir gut überlegen, ob du ihr Freilauf gibst. Denn sie ist nicht an das Leben in der Natur gewöhnt. Ihr sind die Gefahren und Risiken draußen unbekannt. Außerdem solltest du wissen: Findet deine Wohnungskatze an dem Freigang gefallen, kannst du diese Tatsache nicht mehr ändern und sie wird immer wieder einfordern nach draußen zu dürfen.

Kannst du andersherum deine freilaufende Katze zur Wohnungskatze machen? Ja, das geht – es ist aber eben mit viel Geduld und auch Stress für dich und deine Katze verbunden. Deine freiheitsliebende Katze wird ihr Revier da draußen, das Jagen und den Kontakt zu anderen Tieren sehr vermissen. Du solltest deiner Katze in deiner Wohnung daher ausreichend Abwechslung und Möglichkeiten zu spielen und zu tollen geben – und ganz viel Zeit sich an die Umstellung zu gewöhnen.

 

Du hast die Wahl

Mit Vor- und Nachteilen auf beiden Seiten der Katzenhaltung gibt es keine richtige oder falsche Entscheidung, wenn es um die Wahl einer Wohnungskatze oder eines Freiläufers geht. Wie auch immer du dich entscheidest: das Wichtigste ist es, dass du deine Katze artgerecht haltest und ihr die beste Pflege, Versorgung und eine gute Ernährung bietest. Dazu solltest du sie zur Bewegung stimulieren, um ihr seelisches Wohlbefinden zu unterstützen.