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Zwei Welpen mit ihren Besitzerinnen

Welpen sozialisieren

6 min Lesezeit
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Die Sozialisierung von Welpen ist eine wichtige Phase, um zukünftige Verhaltensprobleme bei Hunden zu verhindern, sodass du ihn überall hin mitnehmen kannst. Außerdem unterstützt die Sozialisierung dabei, die Bindung zwischen Welpen und Mensch zu stärken.

 

Was bedeutet Welpensozialisierung?

Einen Welpen zu sozialisieren heißt, dass du ihn in der Entwicklung seines sozialen Verhaltens mit anderen Menschen und Tieren unterstützt. Es handelt sich um einen Trainingsprozess, der Welpen hilft zu lernen und sich mit Menschen und anderen Hunden richtig zu verhalten. Indem du deinen Welpen sozialisierst, wird außerdem die Bindung zwischen Welpen und Mensch gestärkt und dein Welpe gewöhnt sich daran in unterschiedlichen Situationen gelassen zu bleiben.

 

Ab wann sollten Welpen sozialisiert werden?

Es gibt nur bestimmte Zeitpunkte während der Entwicklung des Hundegehirns, in welchen du deinen Welpen sozialisieren kannst. Die Sozialisierungsphase für Welpen beginnt mit der Bewusstseinsphase deines Welpen im Alter von etwa 15 Tagen und endet im Alter von etwa 14 Wochen, kann aber je nach Hunderasse und -typ variieren. Während dieser Zeit lernen Welpen, wer ihre soziale Gruppe ist, in wessen Nähe sie sich sicher fühlen und wen sie gerne als Teil ihrer Familie betrachten.

Der Zellwachstum im Körper findet zu bestimmten Zeitpunkten statt und genauso verhält es sich auch mit den Zellen im Gehirn deines Welpen. Danach schließt sich mehr oder weniger das Zeitfenster in der Entwicklung des Hundes, das für die Soft Skills (Kommunikation, soziale Interaktion, Konfliktlösung) verantwortlich ist. Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie dein Hund auf Menschen, andere Hunde und Situationen reagiert, weitestgehend gefestigt ist.

Der Verhaltensteil ist weitaus kürzer - da alle Tiere sehr schnell lernen müssen, was sicher und was gefährlich ist, wenn sie überleben wollen - und das beginnt mit der Bewusstseinsbildung und endet weitgehend im Alter von etwa 7 Wochen. Es gibt auch andere Zeiträume im Leben eines Hundes (wie die Pubertät eines Welpen), in denen er eine weitere Periode der Neubewertung durchläuft.

 

Sozialisierungsphasen vom Hund

  1. Vorbereitung: Die Sozialisierung eines Welpen fängt in der Regel schon beim Züchter an. Bereits im Umgang mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter lernen Welpen die wichtigsten sozialen Regeln. Wenn der Welpe dort oft mit Menschen in Kontakt kommt, wird er automatisch lernen, dass er vor Menschen keine Angst haben sollte. Umso voller die ersten Wochen seines Lebens mit positiven Erfahrungen sind, desto neugieriger und selbstsicherer wird der Welpe sein.
  2. Phase 1: Die erste Sozialisierungsphase vom Hund besteht darin, den Welpen mit all den Dingen vertraut zu machen, zu denen er eine soziale Beziehung haben soll. Das sind Menschen (aller Art und Altersgruppen) und andere Tiere. Diese Phase ist wichtig, wenn du deinen Hund sozialisierst, weil alle Tiere instinktiv vor neuen Dingen zurückschrecken.
  3. Phase 2: In der Gewöhnungsphase lernt der Welpe, dass es in seinem neuen Leben viele Dinge gibt, die zwar potenziell beängstigend sind, er aber durchaus ertragen bzw. ignorieren kann. Dies kann alles sein, vom Staubsauger bis zum Feuerwerk, vom Jogger bis zum Weidevieh, vom Verkehr bis zum Radfahrer und so weiter. Die meisten Verhaltensprobleme resultieren aus Angst. Einen Welpen zu sozialisieren und ihn an unbeliebte Dinge zu gewöhnen hat den Zweck, diese Ängste zu nehmen, die Wahrscheinlichkeit von Verhaltensproblemen zu verringern und so einen gut angepassten, glücklichen und sozialen Hund zu schaffen.

 

Welpen an Menschen, Orten und anderen Tieren gewöhnen

Welpen mit anderen Menschen sozialisieren:

Grundlegend wichtig, wenn du deinen Welpen sozialisierst, ist die Bekanntmachung mit anderen Menschen. Beginne mit deinen Familienangehörigen, mit denen du und dein Hund sich das Zuhause teilen und mache mit Freunden und Bekannten weiter. Vergesse nicht deinen Hund mit fremden Menschen zu sozialisieren, da du diesen tagtäglich in verschiedenen Situationen, beispielsweise beim Spazieren gehen, begegnen wirst. Angst deines Welpen vor Fremden entgegenzuwirken hilft ihm dabei, sich zu einem freundlichen, ausgeglichenen Hund zu entwickeln. Beim Kennenlernen neuer Personen solltest du deinen Welpen an der Leine lassen, um unerwünschtes Anspringen zu vermeiden.

Welpen an verschiedenen Orten gewöhnen:

Die Sozialisierung von Welpen sollte in einer sicheren und stressfreien Umgebung stattfinden, am besten in deinem Zuhause. Nachdem du deinen Hundewelpen erfolgreich an sein neues Zuhause und an den Umgang mit anderen Menschen gewöhnt hast, kannst du ihn weiter sozialisieren, indem du mit ihm an verschiedene Orte gehst – beispielsweise einen Park, ein hundefreundliches Café oder ein Einkaufszentrum. Das Ziel dieser Sozialisierung ist es, dass dein Welpe neue und spannende Orten sowie verschiedene Situationen kennenlernt und sich auf unterschiedlichen Untergründen bewegen kann. Dein Hund soll dadurch lernen, vor Unbekanntem keine Angst zu haben.

Welpen mit anderen Tieren sozialisieren:

Welpe geht mit Frauchen spazieren

Abschließend solltest du deinen Welpen sozialisieren, indem du ihn mit anderen Tieren in Kontakt bringst. Möglicherweise hast du andere Haustiere, die er kennen lernen muss. Aber auch ohne weitere Haustiere wirst du beim Spazieren gehen mit deinem Welpen, anderen Hunden und Tieren begegnen.

Auch hier ist es wichtig deinen Welpen zu sozialisieren und ihm den richtigen Umgang mit anderen Tieren beizubringen. Handel beim Kennenlernen anderer Tiere mit Bedacht. Bei der ersten Begegnung zwischen deinem Welpen und einem älteren Artgenossen ist es beispielsweise sinnvoll, wenn beide Hunde angeleint sind. Beim ersten Kontakt zwischen Welpen und Katze in deinem Zuhause ist es ebenfalls wichtig, dass du dabei bist, damit du die Situation beobachten und im Zweifelsfall eingreifen kannst.

 

Sozialisierung von Welpen: Checkliste

Wenn du deinen Welpen sozialisierst, gibt es ein paar Tipps, die dir den Prozess erleichtern. Hier findest du eine Checkliste für die entspannte und angenehme Sozialisierung:

  1. Gestalte den Prozess durchweg positiv mit Leckereien und Spielen bis hin zu belohnenden Erfahrungen.
  2. Mache eine Liste aller Dinge, die das neue Leben des Welpen mit sich bringen wird. Denke an alle Dinge, die dein Welpe sehen, hören und erleben wird - Zuhause und außerhalb davon.
  3. Überfordere oder verängstige deinen Welpen niemals. Gebe ihm die Zeit und den Abstand, den er braucht, um sich der neuen Situation zu nähern.
  4. Erzwinge niemals Interaktionen und gebe deinem Welpen immer einen Fluchtweg.
  5. Verwende eine Sound-App oder ähnliches, um unerwartete Geräusche (Feuerwerk, Gewitter usw.) auf niedriger Lautstärke zu spielen, während dein Hund mit angenehmen Dingen wie Essen oder Spielen beschäftigt ist, um Geräuschempfindlichkeiten zu vermeiden.
  6. Nehme an einer guten Welpenausbildung teil, damit dein Welpe lernen kann, wie er auf dich achten kann, wenn andere Hunde in der Nähe sind. Eine Hundeerziehung ist eine gute Unterstützung, wenn du deinen Welpen sozialisierst.
  7. Treffe dich mit anderen Besitzern und Hunden, von denen du weißt, dass sie deinen Welpen mögen und mit ihm spielen werden. Freundliche erwachsene Hunde sind großartige Lehrer für junge Welpen.