Ihren Hund verstehen

Damit Sie und Ihr Hund ein gutes Team werden, ist es wichtig zu verstehen wie er tickt und welche emotionalen Bedürfnisse er hat. Erfahren Sie mehr darüber.

Natürlicher Instinkt

Die Grundbedürfnisse von Hunden unterscheiden sich nicht groß, doch unterschiedliche Rassen haben unterschiedliche Verhaltensweisen und Vorlieben. Ein Terrier beispielsweise gräbt gern in der Erde, wohingegen ein Schweißhund am liebsten den Weg zu einer versteckten Belohnung aufspürt! Ein Hütehund kann problemlos längere Zeit allein sein, während ein Zwerghund für sein Wohlergehen wesentlich mehr Aufmerksamkeit von Ihnen benötigt. Neben diesen doch sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen bei den verschiedenen Rassen gibt es auch noch die unterschiedlichen Charaktereigenschaften von Hunden, die sich durch die ursprünglichen Aufgaben und Zucht der Hunde im Laufe der Zeit herausgebildet haben. Wenn Sie einen Hund erziehen, sollten Sie den Charakter Ihres Vierbeiners kennen, um die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund zu stärken.

Die kurze Geschichte des Hundes

Der „beste Freund des Menschen“ stammt vom Wolf ab und hat seinen Weg aus dem Nahen Osten und Asien nach Europa gefunden. Während der Domestikation veränderten sich Jagd-, Fress- und Paarungsverhalten. Einige Hunde wurden ausgewählt, um unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen – dazu gehörten das Bewachen, das Jagen von Beute sowie das Hüten von Vieh. Durch Auswahl und Zucht entwickelten diese Hunde bald bestimmte „Verhaltenstypen“ . Viele Verhaltensmerkmale können noch heute in den verschiedenen Rassen wiederentdeckt werden und können ausschlaggebend sein wenn Sie Ihren Hund erziehen.

Die Zuordnung und Tauglichkeit für bestimmte Aufgaben basierten größtenteils auf Größe und Körperbau, und so entwickelte sich der Hund in Bezug auf sein körperliches Erscheinungsbild und Verhalten zur formenreichsten Tierart der Welt. Heute gibt es mehr als 500 Hunderassen und unzählige Kreuzzüchtungen. Und auch wenn nur noch sehr wenige von ihnen heute noch die Aufgabe erfüllen, für die sie ursprünglich gezüchtet wurden, so sind ihr Gehirn und ihr Wesen immer noch darauf ausgerichtet! Damit Ihr Hund also zufrieden ist, sollten Sie ihm die Möglichkeit geben, seine natürlichen und artspezifischen Instinkte ausleben zu dürfen.

Hunde Psychologie: Wie der Verstand deines Hundes funktioniert

Die emotionale Grundstruktur eines Tieres ist das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren. Zu diesen zählen die drei Schlüsselelemente Streben nach Belohnung, Fürsorge und Spielen, die einem Hund allesamt ein positives Gefühl und Wohlbefinden vermitteln. Und sie finden sich in allen Welpen wieder, gepaart mit Elementen wie Lust, Angst, Panik und Wut. Diese Emotionen sind allen Säugetieren gemein, vom Affen bis zur Ziege, und finden sich damit natürlich auch bei Hunden und Katzen. Ohne eine emotionale Reaktion könnten diese Tiere nicht dazulernen, keine festen Bindungen eingehen, das Leben nicht genießen und würden nicht überleben. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie die Psychologie Ihres Hundes sowie seine Emotionen kennen und so für sein Wohlbefinden sorgen.

Das Belohnungssystem

Jeder Hund verfügt über eine abgeschwächte Form des Jagdtriebes seines Vorfahren, des Wolfs. Sein Jagdverhalten wurde durch gezieltes Züchten angepasst und abgeschwächt, damit der Hund seine unterschiedlichen Aufgaben erfüllen konnte. Wenn Sie also feststellen, dass Ihr Border Collie beim Spaziergang mit der Familie das Verhalten eines Hütehundes an den Tag legt (Fixieren, Heranpirschen, Jagen, Umzingeln), dann zeugt dies nicht nur von abgewandeltem Jagdverhalten, sondern er hat dabei auch noch eine Menge Spaß!

Verhaltensprobleme können sich ergeben, wenn Hunden nicht die Möglichkeit gegeben wird, diese tief verankerten Verhaltensweisen auszuleben. Erlauben Sie ihm, wenn Sie Ihren Hund erziehen, seinem ursprünglichen Jagdtrieb nachzugeben. oder schaffen Sie für ihn eine ähnliche Rolle, indem Sie z. B. „Jagdsituationen“ simulieren und ihn Stöckchen holen oder einem Ball hinterherjagen lassen. Auch Spiele, die seinen Körper und seinen Geist trainieren, beispielsweise in einem Hundeparcours, sind empfehlenswert, denn sie steigern das Wohlbefinden Ihres Hundes.

Das System der Fürsorge

Säugetiere haben im Gegensatz zu anderen Tierklassen einen Wettbewerbsvorteil: ihr fürsorgliches Verhalten. Direkt nach der Geburt bauen Säugetiere zu ihrem Nachwuchs eine enge Beziehung auf und kümmern sich über einen längeren Zeitraum um ihn. Mit dieser Fürsorge verfügen alle Säugetiere auch über die emotionalen Bausteine, die sie benötigen, um soziale Beziehungen aufbauen zu können.

Das fürsorgliche Verhalten unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Hundearten nur unwesentlich. Dennoch können ihre ursprüngliche Rolle, ihr Alter und Geschlecht, ihre Charaktereigenschaften und sogar ihre Größe zu einem gewissen Grad darauf Einfluss nehmen. So sind z. B. Zwerghunde in der Regel von ihren Besitzern emotional abhängiger, da ihnen ein besonders fürsorgliches Verhalten angezüchtet wurde, um dem Menschen als Begleiter und Gefährte zur Seite stehen zu können. Im Gegensatz dazu wurde Hütehunden, die Schafe und Ziegen bewachen sollten, ohne dabei viel menschliche Kontrolle oder ständigen Kontakt zu benötigen, ein distanzierteres Verhalten angezüchtet. Wenn Sie die Charaktereigenschaften von Hunden verstehen möchten, sollten Sie in erster Linie herausfinden, welche Aufgaben eine bestimmte Rasse in der Vergangenheit im Zusammenleben mit dem Menschen erfüllen sollte und inwieweit diese einen Einfluss auf die emotionalen Bedürfnisse Ihres Hundes haben könnten.

Das System des Spielens

Eine Zeit lang waren Wissenschaftler davon überzeugt, dass das Spielverhalten von Hunden, insbesondere von Jungtieren, dem Erlernen und Bewahren des Jagd- und Balzverhaltens dienen sollte. Mittlerweile wird das Spielverhalten jedoch als einer der Hauptfaktoren im emotionalen System angesehen, dem es unbedingt nachzugehen gilt, um das allgemeine Wohlbefinden des Tieres zu fördern.

Beim Spielen werden Sie feststellen, dass Jungtiere einen Teil ihres natürlichen Raubtierverhaltens an den Tag legen. Ein Großteil – wie Heranpirschen, Jagen, Lautgeben und gegenseitiges Bespringen – basiert hierbei auf ihrem Jagdinstinkt. Ein weiterer Teil ist auf ihr Lustverhalten zurückzuführen, wenn sie sich in der ganzen Aufregung gegenseitig besteigen.

Körperlicher Kontakt ist ebenfalls sehr wichtig für Hunde. Wenn Hunde miteinander oder mit dem Menschen spielen, werden in ihnen Glückshormone, sogenannte Endorphine, freigesetzt. Und da spielende Hunde entspannt sind, wird durch ihr Spielverhalten auch eine gute soziale Bindung gefördert und erhalten.

Unterschiedliche Rassen, unterschiedliche Bedürfnisse

Jahrelange Verhaltensforschung bei Hunden hat uns gezeigt, dass unterschiedliche Hunde unterschiedliche Bedürfnisse und Charaktereigenschaften entwickelt haben. Hierauf basierend können neun verschiedene Hundetypen unterschieden werden – jeder mit seinen eigenen angeborenen emotionalen Bedürfnissen.

Erfahren Sie mehr über die rasseabhängigen Verhaltensweisen und emotionalen Bedürfnisse Ihres Hundes (Wachhund, Schießhund, Treibhund, Hütehund, Terrier und Dackel, Schweißhund, Windhund, Spitz oder Zwerghund) und finden Sie heraus, was Sie tun können, damit Ihr Hund fit und gesund bleibt.

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