Das Verhalten Ihres Hundes verstehen

Das Hundeverhalten zu analysieren kann sehr interessant sein und Ihnen dabei helfen, die Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner zu festigen.

Seit Tausenden von Jahren leben Hunde und Menschen Seite an Seite und wir erkennen instinktiv die Stimmung des anderen aufgrund seiner Körpersprache, seinem Gesichtsausdruck und seiner Stimme. Es kann unglaublich interessant sein das Hundeverhalten zu beobachten und zu analysieren. Sie brauchen in der Hundeerziehung Tipps und hilfreiche Informationen dazu, wie Sie beim Hund Probleme vermeiden können und ihm korrektes Verhalten beibringen? Dann sind Sie hier genau richtig!

Hunde empfinden zwar keine höheren menschlichen Emotionen wie Scham, Liebe oder Verachtung, aber sie empfinden die gleichen grundlegenden Emotionen wie Freude, Traurigkeit, Erleichterung, Frustration oder Angst wie wir. Diese Emotionen sind wichtig für alle Tiere (auch Menschen), da wir so animiert werden, uns auf vorteilhafte Weise zu verhalten. Angst sorgt beispielsweise dafür, dass ein Hund sich in Sicherheit bringt. Gleichzeitig unterstützen positive Emotionen, die durch Kontakt, Fellpflege und Streicheln entstehen, die Bildung einer engen Beziehung zu anderen geselligen Hunden, Tieren und Menschen und beeinflussen somit das Hundeverhalten enorm.

Ihren Vierbeiner zu verstehen ist der Schlüssel zu einer glücklichen und erfüllenden Beziehung mit ihm. Die folgenden Abbildungen sollen Ihnen helfen, damit Sie die Emotionen Ihres Hundes noch leichter erkennen und damit die Bindung zueinander weiter vertiefen.

Freude

Freude ist eine der Emotionen, die am leichtesten zu erkennen ist, da sie so raumgreifend ist! Die Augen Ihres Hundes sind sanft und leicht fokussiert, seine Stirn ist entspannt und seine Ohren hängen entweder ganz locker herunter, wenn er gerade läuft, oder bewegen sich freundlich vor und zurück.

Hunde lächeln zwar nicht, aber bei manchen – wie bei diesem Golden Retriever – sieht es fast so aus. Seine Lippen sind locker, sein Maul ist leicht geöffnet und seine Zunge hängt heraus. Er hechelt gleichmäßig und sanft.

Der Schwanz ist ein sehr guter Stimmungsindikator. Wenn er locker, aber dennoch absichtlich auf mittlerer Höhe hin- und herschwingt, ist der Hund zufrieden. Wenn er energisch wedelt, manchmal so energisch, dass fast sein gesamtes Hinterteil wackelt, ist er vollkommen aus dem Häuschen vor Freude!

Ein freudiger Hund bewegt sich entspannt und lässig und animiert Sie, mit ihm zu spielen und die Freude mit ihm zu teilen. Anhand vom Hundeverhalten können Sie somit erkennen in welcher Stimmung der Hund gerade ist.

Verunsichert

Wenn Sie erkennen, dass Ihr Hund verunsichert ist, wird es für Sie auch leichter sein, ihn zu beruhigen und zu entspannen, indem Sie ihn vielleicht mit einem Leckerbissen oder einem Spiel ablenken.

Wenn Ihr Hund verunsichert ist, können seine Augen weit aufgerissen und starr sein oder auch zusammengekniffen, um Augenkontakt zu vermeiden. Sie erkennen eventuell Falten oder Anspannung auf seiner Stirn. Wenn er stehende Ohren hat, richtet er sie leicht nach hinten aus, um Hinweise auf eine mögliche Gefahr zu sammeln. Hat er Hängeohren, können diese näher als sonst an seinem Kopf anliegen.

Sein Mund ist normalerweise geschlossen, aber wenn er offen steht, sind die Lippen angespannt. Vielleicht leckt er sie und gähnt nervös, obwohl Sie natürlich wissen, dass er weder hungrig noch müde ist.

Sein Körper und sein Schwanz sind wahrscheinlich still und in einer leicht geneigten Stellung. Hunde, die verunsichert sind, wedeln manchmal vorsichtig mit dem Schwanz, was aber in diesem Fall als Beruhigung zu verstehen ist und nicht als Freude. Aus diesem Grund wird Verunsicherung häufig nicht erkannt. Behalten Sie Ihren Hund also immer gut im Auge, wenn er sich in einer neuen oder für ihn ungewohnten Situation befindet.

Ängstlich

Die Körpersprache von Angst ist eindeutiger als viele andere Emotionen und kann sich dramatischer zeigen als auf dem Bild. Unterschiedliche Hunde reagieren unterschiedlich, wenn sie Angst haben: Manche ducken sich, um so klein wie möglich zu erscheinen, manche rollen sich auf ihren Rücken, um vollständige Unterwerfung zu signalisieren, andere stehen einfach ganz still da und wieder andere bellen laut oder knurren defensiv. Um beim Hund Probleme zu vermeiden, ist es wichtig die Anzeichen von Angst zu verstehen und richtig zu deuten.

Die Augen können weit aufgerissen sein und wild hin und her blicken oder hart und starr sein. Oder der Hund schielt zur Seite, um einen Blick auf die vermeintliche Gefahr zu erhaschen.

Die Ohren liegen flach am Kopf, der gesenkt und zur Seite gedreht ist.

Seine Lippen sind angespannt, eventuell leckt er sie ab oder gähnt – ein weiteres Anzeichen für Stress oder Beruhigung.

Seinen Schwanz hält er still und gesenkt oder eingeklemmt zwischen seine Beine. Er ist ziemlich fokussiert und nimmt wahrscheinlich nicht einmal seinen liebsten Leckerbissen an.

Wenn er angsterfüllt ist, ist es das wichtigste Ziel des Hundes, diese Gefahr zu überleben. Seine Körpersprache, sein Gesichtsausdruck und sein Appetit werden erst wieder normal, wenn er sich wieder sicher fühlt.

Frustriert

Es gibt unterschiedliche Arten der Frustration, von langfristiger, depressiver Frustration (hier im Bild) hin zu akuter Frustration als Reaktion auf ein spezielles Ereignis, wenn er beispielsweise etwas nicht bekommt, das er gerne hätte oder bräuchte, wie ein Spielzeug oder den Zugang nach draußen. Es gibt auch Frustration, die daher rührt, dass Ihr Hund eine unangenehme Situation nicht vermeiden oder sich ihr nicht entziehen kann.

Ein frustrierter Hund wird oft sehr angespannt sein und seine Beine versteifen. Es kann sein, dass er unaufhörlich bellt, sich zurückzieht oder sich sogar auf das Objekt seiner Frustration stürzt. Alle seine Sinne sind darauf gerichtet und er hört oder reagiert eventuell nicht auf Ihre Versuche, ihn abzulenken.

Seine Augen sind weit geöffnet und er blinzelt nicht. Seine Ohren sind gespitzt, und wenn er nicht bellt, sind seine Lippen steif und seine Mundwinkel nach vorn gedrückt.

Hunde können diese Anspannung nicht ewig beibehalten, weswegen er letztendlich aufgeben wird und die Situation akzeptiert oder in manchen Fällen einen Zustand der Depression erreicht. Das kann fälschlicherweise als ruhige Akzeptanz interpretiert werden, aber Ihr Hund braucht in solchen Situationen sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit von Ihnen, um sich zu entspannen, bevor er sich dann wieder normal verhalten kann.

Erleichtert

Erleichterung ist meist gut erkennbar im Kontrast zu einem vorhergegangenen negativen emotionalen Zustand. Es ist wichtig, zu erkennen, wann Ihr Hund frustriert, verunsichert oder ängstlich ist, aber es ist genauso wichtig, zu erkennen, wann er erleichtert ist und sich wieder entspannen kann.

Hunde fühlen genau wie wir Erleichterung, wenn sich ihre Sorgen oder Schwierigkeiten aufgelöst haben, insbesondere dann, wenn sie eine echte Gefahr und die damit einhergehende Angst überstanden haben.

Es gibt einen erkennbaren Abfall der Spannung im gesamten Körper, von der Nase bis zum Schwanz. Die Augen werden weicher, die Ohren entspannen sich, sein Kopf senkt sich und sein ganzer Körper entspannt sich sichtbar.

Einige Hunde gähnen, andere – eher zurückhaltende Hunde – senken vielleicht ihren Kopf, vermeiden Augenkontakt und machen den Eindruck, innerlich aufzuatmen, bleiben aber eher still. Extrovertiertere Hunde schütteln sich vielleicht, strecken sich weit nach vorn oder rennen kurz herum, um ihre Euphorie und Erleichterung zu zeigen. All das hilft dabei, die Spannung weiter abzubauen.

Fokussiert

Ein konzentrierter Hund ist aufmerksam und sein Augenmerk ist auf etwas Wichtiges wie einen Ball, einen Leckerbissen oder vielleicht auf Sie gerichtet. Dieses Bild zeigt, wie Ihr Hund aussehen sollte, wenn Sie ihn ausbilden – er schaut und hört aufmerksam zu und ist bereit, mit Ihnen zu arbeiten und dafür seine Belohnung zu bekommen. Er konzentriert sich vielleicht auch auf etwas Neues und versucht herauszufinden, was es bedeutet und wie er darauf am besten reagiert.

Wenn er sich konzentriert, sind seine Augen offen, klar und vielleicht auch eindringlich und starr auf das Objekt seiner Aufmerksamkeit gerichtet.

Seine Ohren sind entweder gespitzt oder zeigen nach vorn und sein Maul ist entweder geschlossen oder geöffnet mit der Zunge in der Mitte.

Seinen Kopf hält er normalerweise hoch, außer er ist kurz davor, etwas zu verfolgen. In diesem Fall ist der Kopf etwas gesenkt und nach vorn gestreckt.

Wenn er sich auf etwas Schönes konzentriert, neigt sich sein ganzer Körper, bebend vor Vorfreude, dorthin. Sein Gewicht verlagert er dabei auf seine Vorderbeine und seinen Schwanz hält er entweder hoch und still oder er wedelt aufgeregt. Er steht bereit. Beobachten sie also dieses Hundeverhalten bei Ihrem Vierbeiner, dann wissen Sie, dass er sich auf etwas freut.

Wütend

Wenn Sie einem Hund gegenüberstehen, der so aussieht wie dieser hier, müssen Sie sehr vorsichtig sein, bis die Gefahr vorüber ist. Ein wütender Hund macht sich so groß und gefährlich wie möglich und macht seinen Körper aufrecht und steif.

Sein Fell kann dabei aufgestellt sein, insbesondere seine Nackenhaare und das Fell auf seinem Rücken. Seine Augen sind hart, fixiert und er blinzelt nicht. Seine Stirn ist zerfurcht und angespannt und manchmal liegen seine Ohren flach angelegt an seinem Kopf.

Sein Maul ist weit geöffnet, seine Lippen angespannt und zusammengezogen. Seine Schnauze und seine Nase werfen Falten und er zeigt seine Zähne.

Sein ganzer Körper ist steif, seinen Schwanz hält er ganz still und unbeweglich und sein Gewicht ist nach vorn verlagert, bereit zum Angriff.

Er ist still und knurrt vielleicht einfach nur bedrohlich – denn ein wirklich wütender Hund kläfft seine Wut nicht in die Welt hinaus. Provozieren Sie niemals einen wütenden Hund. Sie sollten ihn auf keinen Fall anstarren oder anschreien. Machen Sie keine hastigen Bewegungen, sondern versuchen Sie, sich langsam in Sicherheit zu bringen. Lassen Sie ihn allein, damit er sich beruhigen kann.

Neutral

So verbringt Ihr Hund hoffentlich die meiste seiner wachen Zeit – entspannt, gut trainiert, gut genährt und in einer Umgebung, die er kennt und in der er sich wohlfühlt. Wenn er sich hinlegt, ist er entspannt und bewegungslos, aber allzeit bereit aufzuspringen, um zu sehen, was Sie gerade tun.

Seine Augen sind weich und entspannt und bewegen sich langsam hin und her, ohne dass das Weiße in seinen Augen zu sehen ist. Er beobachtet so seine unmittelbare Umgebung von seinem gemütlichen Platz aus.

Seine Ohren sind ebenfalls entspannt und er hört nebenbei zu.

Seine Stirn und seine Augenbrauen sind weich und zeigen keine Spannung.

Sein Mund kann entweder geschlossen oder leicht geöffnet sein. Er zeigt zwar kein leichtes „Grinsen“, wie er es bei Spielbereitschaft zeigen würde, aber seine Lippen und seine Schnauze sind entspannt.

Sein gesamter Körper und sein Schwanz sind vollkommen entspannt. Es gibt keine Anzeichen für Muskelzuckungen, was bedeuten würde, dass er kurz davor ist, hochzuspringen. Er ist zufrieden.

Es ist wichtig, dass Sie das Hundeverhalten kennen und in den unterschiedlichen Situationen angemessen reagieren um beim Hund Probleme zu vermeiden.

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