Futterumstellung beim Hund: So gelingt es ohne Probleme

Wie gelingt die Futterumstellung beim Hund am besten? Wann sollte man das Hundefutter umstellen? Welche Probleme können auftreten?
Dank der richtigen Hundeernährung können sich die drei Hunde im Wasser richtig austoben
Dank der richtigen Hundeernährung können sich die drei Hunde im Wasser richtig austoben
Dank der richtigen Hundeernährung können sich die drei Hunde im Wasser richtig austoben

Warum sollte ich einen Futterwechsel bei meinem Hund durchführen?

Eine Futterumstellung bei Ihrem Hund ist meistens dann notwendig, wenn dieser in eine neue Entwicklungsphase eintritt oder gesundheitliche Probleme wie Übergewicht hat. Wenn eine der folgenden Kriterien zutrifft, sollten Sie eine Futterumstellung bei Ihrem Hund in Erwägung ziehen:

  • Alter: Ihr Hund tritt in eine neue Entwicklungsphase ein, zum Beispiel vom Welpen zum erwachsenen Hund oder vom erwachsenen zum Seniorenhund. Je nach Altersstufe verfügen Hunde über einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf.
  • Gesundheit: Es liegen gesundheitliche Gründe vor, beispielsweise eine Futterunverträglichkeit. Wie gut ein Hund die verschiedenen Inhaltsstoffe im Futter verträgt, ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Es kommt dabei auf das Vorhandensein und/oder den Anteil an bestimmten Proteinen, Kohlenhydraten oder Fetten im Futter an. Symptome für eine Unverträglichkeit können sein: Fellverlust, stumpfes und schuppiges Fell, chronische wiederkehrende Ohrenentzündungen, Blähungen, Erbrechen, Durchfall, entzündete Hautstellen sowie Juckreiz und vermehrtes Kratzen. Beraten Sie sich in diesem Fall mit einem/einer Tierarzt/-ärztin!
  • Kastration: Sie möchten Ihren Hund kastrieren lassen. Nach der Operation kommt es zu einer Umstellung im Hormonhaushalt und damit verbunden zu einer Veränderung im Stoffwechsel, die zu einem geringeren Energiebedarf führt. Wenn Sie Ihrem Hund weiterhin sein gewohntes Futter in der üblichen Menge geben, wird er wahrscheinlich zunehmen. Daher kann es sinnvoll sein, ihren Hund nach einer erfolgreich überstandenen Kastration an ein Futter mit einem geringeren Kaloriengehalt zu gewöhnen.
  • Futter: Sie möchten Ihrem Hund ein qualitativ hochwertigeres Futter geben, beispielsweise mit hochwertigem Protein und spezifischen Inhaltsstoffen zur Unterstützung der Gesundheit.
  • Übergewicht: Ihr Hund benötigt ein Futter mit reduziertem Kaloriengehalt, weil er übergewichtig ist. Auf lange Sicht haben fettleibige Hunde eine niedrigere Lebenserwartung.

Was sollte ich bei der Futterumstellung meines Hundes beachten?

Die Gesundheit Ihres Hundes hat oberste Priorität. Daher sollten Sie die Futterumstellung schonend durchführen und dafür sorgen, dass Ihr Hund auch weiterhin optimal versorgt bleibt. Hier die wichtigsten Punkte, auf die Sie bei der Futterumstellung achten sollten:

  • Verwenden Sie grundsätzlich das Hundefutter, welches sich am besten für Ihren Hund eignet. Das Futter ist schmackhaft und es bekommt Ihrem Hund gut? Ihr Hund ist gesund und vital? Dann experimentieren Sie lieber nicht unnötig mit unterschiedlichen Futtermitteln! Denn wenn Sie die tägliche Futterration ändern, belasten Sie damit womöglich das Verdauungssystem Ihres Hundes.
  • Wagen Sie lieber keine Futterumstellung, wenn Ihr Hund gerade krank war. Warten Sie lieber ab, bis es Ihrem Hund wieder besser geht. Stellen Sie sich vor, Ihr Hund probiert das neue Futter, obwohl er sich noch schlecht fühlt. Beim nächsten Mal könnte er einen großen Bogen um das neue Futter machen, da er es mit seinem Unwohlsein in Verbindung bringen könnte.
  • Führen Sie neues Futter lieber langsam ein, vorzugsweise über einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen. Während Sie den Anteil der alten Nahrung verringern, erhöhen Sie allmählich den Anteil des neuen Hundefutters. Mag Ihr Hund das Vermischen der Futtersorten nicht, können Sie ihm beide Futtersorten getrennt nebeneinander anbieten und ihn so ermuntern, das neue Futter auszuprobieren. Falls Ihr Hund die neue Nahrung verweigert, sollten Sie sich an Ihre/n Tierarzt/-ärztin wenden – er/sie wird Ihnen Ratschläge geben, wie Sie am besten vorgehen sollten.
Tage Menge
1. - 3. Tag 25% neues, 75% altes Futter
4. - 6. Tag 50% neues, 50% altes Futter
7. - 9. Tag 75% neues, 25% altes Futter
10. Tag 100% neues Futter

 

Nach der Futterumstellung: Der Hund hat Durchfall oder andere Probleme

Nicht immer verläuft eine Futterumstellung ohne Nebenwirkungen. Selbst bei einer langsamen Futterumstellung ist es nicht unüblich, dass bei Ihrem Hund folgende Symptome auftreten:

  • Weicher Kot
  • Blähungen
  • Häufiger Stuhlgang (bis zu fünfmal täglich)
  • Appetitverlust
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Juckreiz

Zeigt Ihr Hund eine weichere Kotkonsistenz, Blähungen, vermehrten Kotabsatz oder reduzierten Appetit ist das noch kein Anlass zur Beunruhigung. Wenige Tage nach einem Futterwechsel können diese Symptome auftreten und wieder abzuklingen. Wenn Ihr Hund jedoch unter Durchfall oder Erbrechen mit Unwohlsein leidet oder über mehrere Tage hinweg Symptome zeigt, die nicht abklingen, kann das ein Hinweis auf ernstere Ursachen sein. Wenden Sie sich dann unbedingt an eine/n Tierarzt/-ärztin!

Futterumstellung bei Welpen: Ab wann?

Junge Hunde sollten in Abhängigkeit von Ihrer Rasse im Alter von neun bis 24 Monaten auf eine Vollnahrung für erwachsene Hunde wechseln. Denn wenn das Wachstum abgeschlossen ist, hat der Hund einen veränderten Nährstoffbedarf. Beachten Sie hierzu die Empfehlungen auf der Verpackung und lassen Sie sich nicht in Versuchung führen, zu früh auf eine Futtersorte für ausgewachsene Hunde zu wechseln!

Ab wann sollte ich Seniorenfutter an meinen Hund verfüttern?

Wir empfehlen eine Nahrungsumstellung in Abhängigkeit der Rasse. Bei Hunden großer Rassen, wie zum Beispiel Deutschen Doggen, sollte Sie diese ab einem Alter von circa sechs Jahren und bei kleinen Rassen ab neun Jahren vornehmen. Meist sinkt bei Hunden in diesem Alter der Energiebedarf, da sie weniger aktiv sind als jüngere Hunde. Hochwertige, leicht verdauliche Proteine werden dafür wichtiger. Seniorrezepturen sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Hunde abgestimmt und enthalten die Nährstoffe, die ein Hund braucht, damit er seine Gesundheit auch im Alter erhalten kann.

Den Hund vom Nass- aufs Trockenfutter umstellen

Bei der Umstellung von Nass- auf Trockenfutter wird Ihr Hund länger kauen und mehr Wasser benötigen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund bei der Fütterung von Trockenfutter immer freien Zugang zu frischem Wasser hat. Sicher werden Sie auch feststellen, dass er häufiger kleinere Portionen isst, anstatt alles auf einmal aufzufressen. Da Trockenfutter energiereicher ist als Nassfutter, reicht eine deutlich kleinere Tagesration – beachten Sie bei der Futtermenge die Empfehlungen auf der Verpackung, die einen Orientierungswert liefern.

Es kann sein, dass Ihr Hund das Trockenfutter anfangs verweigert, weil es ihm zu hart ist. Um Ihren Hund an das Trockenfutter zu gewöhnen, können Sie es vorerst in warmem Wasser einweichen. Es wird dadurch besser kaubar, ohne seinen Geschmack zu verlieren. Bitte bieten Sie Ihrem Hund das eingeweichte Trockenfutter nur für eine kurze Zeit an und entsorgen Sie die nicht gefressenen Reste.

Den Hund vom Trocken- aufs Nassfutter umstellen

Bei der Umstellung von Trocken- auf Nassfutter wird Ihr Hund weniger trinken und vermutlich mehr und schneller essen! Trockenfutter ist konzentrierter als Nassfutter. Daher benötigt Ihr Hund mehr Nassfutter, um dieselbe Kalorien- und Nährstoffmenge aufzunehmen. Beachten Sie bei der Zuteilung der täglichen Futtermenge die Empfehlungen auf der Verpackung. Der tatsächliche individuelle Bedarf Ihres Tiers variiert in Abhängigkeit von Aktivität, Rasse, Alter und Geschlecht. Wenn Ihr Hund das Nassfutter anfangs verweigert, können Sie etwas Trockenfutter für den extra knusprigen „Biss“ daruntermischen.

Wie lange dauert die Futterumstellung beim Hund?

Für die Dauer einer Futterumstellung gelten folgende Richtwerte:

Art der Futterumstellung Dauer
Von Welpen- auf Erwachsenenfutter 7 bis 10 Tage
Von Erwachsenen- auf Seniorenfutter 7 bis 14 Tage
Von Nass- auf Trockenfutter 14 bis 30 Tage
Von Trocken- auf Nassfutter 7 bis 10 Tage


Weitere Faktoren können beeinflussen, wie lange die Futterumstellung bei Ihrem Hund dauert:

  • Ist ihr Hund (bzw. seine Verdauung) robust oder sensibel? Bei einem sensiblen Hund sollten Sie sich bis zu zwei Monaten Zeit nehmen.
  • Wie lange nimmt Ihr Hund schon sein bisheriges Futter zu sich? Je länger er bereits sein „altes“ Futter frisst, umso zeitaufwändiger ist die Umgewöhnung.
  • Spielen gesundheitliche Gründe wie Allergien und Krankheiten bei der Futterumstellung eine Rolle? Sollten Sie Ihre/n Tierarzt/-ärztin um Rat zur Gestaltung der Futterumstellung bitten.

Unbestritten ist: Die Futterumstellung kann viel Fingerspitzengefühl und einen langen Atem erfordern. Doch sie ist machbar – und oft zudem unvermeidbar. Es lohnt sich!

Sie haben Fragen zur Futterumstellung beim Hund? Kontaktieren Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.