​Seitlich auf dem Bett liegende weiße Katze

Verdauung der Katze: Schlüssel zum Katzen-Glück

Eine gesunde und glückliche Katze erkennt man unter anderem an glänzendem Katzenfell, strahlenden Augen und einer sauberen Nase. Damit Ihre Katze rundum gesund bleibt, ist ein gut funktionierendes Verdauungssystem essenziell. Oftmals leiden unsere Katzen jedoch unter Verdauungsproblemen wie Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung. Es gibt viele unterschiedliche Ursachen, die bei Katzen zu Problemen mit der Verdauung führen können. In den meisten Fällen werden diese durch eine falsche Katzenernährung oder Fütterungsfehler verursacht. Wie die Verdauung Ihrer Katze funktioniert, wie lange sie dauert und wie Sie Verdauungsproblemen bei Katzen vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Verdauung der Katze: So funktioniert sie

Als Verdauung bezeichnet man den Vorgang, bei dem der Körper die Nahrung durch Enzyme in verwertbare Nährstoffe zerlegt und diese dann durch die Darmwand aufnimmt. Katzen sind ausschließliche Fleischfresser, deswegen ist deren Verdauungssystem nicht für die Verwertung von pflanzlichen Lebensmitteln geeignet. Ihr Dünndarm ist, anders als bei Hunden, zu kurz, um pflanzliche Stoffe verarbeiten zu können. Eine geeignete Katzenernährung ist daher eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Verdauung.

Wichtige Organe im Verdauungssystem Ihrer Katze

Bei der Verdauung der Katze sind viele Organe beteiligt, die spezifische Aufgaben erfüllen:

  1. Durch das Maul findet die Nahrungsaufnahme statt.

    Zähne und Zunge helfen, das Futter zu zerkleinern. Beim Kauen vermengt sich die Nahrung mit dem Speichel, der die Brocken gleitfähig macht, sodass sie gut durch die Speiseröhre der Katze rutschen.
  2. Im Magen wird die Nahrung durch bestimmte Verdauungssäfte vorverdaut.

    Hier finden in etwa zwei bis drei Esslöffel Katzenfutter (oder eine Maus) Platz. Auf bestimmten Druck der Nahrungsmenge öffnet sich der Magenausgang und die Verdauung der Katze findet den nächsten Schritt zum Dünndarm.
  3. Der Dünndarm besteht aus Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm.

    Im Zwölffingerdarm wird das Futter zuerst mit Gallenflüssigkeit vermengt. Anschließend sorgt das Sekret der Bauchspeicheldrüse für die Verdauung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Im Leerdarm und Krummdarm werden die aufgespaltenen Nährstoffe schließlich in die Darmwand aufgenommen. Hier erhalten sogenannte Zotten (Ausstülpungen der Darmwand) eine besondere Funktion: Sie dienen der Oberflächenerweiterung des kurzen Dünndarms. So kann die fleischfressende Katze mehr Nährstoffe verarbeiten.
  4. Im Dickdarm sammeln sich unverdauliche Bestandteile der Katzennahrung, die schließlich als Kot ausgeschieden werden.

Wie lange dauert es, bis eine Katze verdaut hat?

Die komplette Verdauung einer Katze kann bis zu 36 Stunden dauern. Dabei spielen Qualität und Zusammensetzung des Katzenfutters eine große Rolle. Im Magen hält sich die Nahrung zwischen zwei und acht Stunden. Im kurzen Dünndarm verweilt der zersetzte Nahrungsbrei hingegen nur um die zwei Stunden. Die Eindickung der nicht verwertbaren Nahrung im Dickdarm dauert bis zu 24 Stunden. Aber keine Sorge, wenn Ihre Katze für die Verdauung einmal etwas länger benötigt. Die Dauer allein ist noch kein hinreichender Indikator für Verdauungsprobleme. Doch woran erkennt man, ob die Verdauung einer Katze optimal funktioniert?

Wie oft sollte eine Katze Kot absetzen?

Gesunde Katzen sollten ein- bis zweimal täglich Kot absetzen. Der Kot von Katzen mit einem gut funktionierenden Verdauungstrakt ist weder zu weich noch zu fest. Dabei gilt in der Regel: Je höher verdaulich eine Nahrung, desto besser die Konsistenz und desto geringer die Kotmenge. Funktioniert die Verdauung optimal, ist die Katze in guter körperlicher Verfassung. Das sieht man deutlich an gesunder Haut und glänzendem Fell. Diese sind nur gesund, wenn sie mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Setzt Ihre Katze nicht oft genug Kot ab und zeigt ein gestörtes Allgemeinbefinden, sind dies klare Zeichen, dass sie unter Verdauungsproblemen leidet.

Verdauungsproblemen bei der Katze: Ursachen

Schlechte Nahrung, Medikamente, chronischer Stress, eine ungeeignete Katzenernährung oder auch Allergien und sonstige Erkrankungen können Verdauungsprobleme bei Katzen verursachen. Fertignahrung entspricht nicht immer der optimalen Zusammensetzung mit den richtigen Nährstoffen, die die kleinen Fleischfresser benötigen. Auch zu große Futtermengen oder eine Vielzahl an Leckerlies können den Verdauungstrakt überfordern. Die Verdauung der Katze ist sehr sensibel, daher sollten Sie eine Nahrungsumstellung nicht zu abrupt durchführen. Für eine Fütterungsumstellung sollten Sie mindestens eine Woche einplanen, damit sich Verdauungstrakt und Darmflora der Katze problemlos umgewöhnen können.

Was tun wenn die Katze Verdauungsproblemen hat?

Einfache Futterumstellung oder doch gleich zum Tierarzt? Die Behandlung von Verdauungsproblemen Ihrer Katze richtet sich nach den Symptomen:

Katze hat Durchfall

Wenn Ihre Katze plötzlich Durchfall hat, können Viren, Vergiftungen, chronischer Stress oder schlechtes Futter verantwortlich sein. Auch Würmer können bei Katzen Durchfall verursachen. Leidet Ihre Katze mehr als zwei Tage unter Durchfall und kommt Erbrechen hinzu, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Ernstzunehmende Krankheiten könnten der Auslöser sein.

Was tun bei Verstopfung?

Hat Ihre Katze Verstopfung, ist das sehr schmerzhaft für sie und oft ein Zeichen, dass sie das Katzenfutter nicht verträgt. Zudem kann zu harter Kot durch eine zu geringe Trinkmenge verursacht werden. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass Ihre Katze genügend trinkt. Den ganzen Tag über sollte ein Napf mit frischem Wasser für die Katze frei zugänglich sein. Zusätzlich kann ein Trinkbrunnen Ihre Katze zu mehr Flüssigkeitsaufnahme animieren. Wenn Ihre Katze trotz dieser Maßnahmen noch immer unter Verstopfung leidet, suchen Sie einen Tierarzt auf, um tiefliegende Erkrankungen auszuschließen.

Katze erbricht

Ihre Katze erbricht regelmäßig? Als liebevoller Katzenbesitzer wissen Sie, dass Katzen nach dem Verzehr von Katzengras Fellballen erbrechen. Erbricht Ihre Katze jedoch wiederholt und nicht nur Fell, sondern Futter, sollten Sie besorgt sein. Gerade Kitten können durch den Flüssigkeitsverlust schnell austrocknen. Auch hier können verdorbenes Futter oder etwa eine zu große Futtermenge vergleichbar harmlose Ursachen sein. Suchen Sie aber am besten einen Tierarzt auf, um akute Erkrankungen oder Vergiftungen auszuschließen. Mit Medikamenten und Kochsalzlösungen kann die Verdauung Ihrer Katze angeregt und stabilisiert werden.

Verdauungsproblemen vorbeugen: Wichtigste Tipps im Überblick

  • Vermeiden Sie zu große Futtermengen und füttern Sie Ihrer Katze nur zur Belohnung Leckerlies.
  • Geben Sie Ihrer Katze ausschließlich für sie bestimmtes Futter – menschliche und pflanzliche Nahrung ist für Katzen nicht gut geeignet.
  • Halten Sie die Toilette Ihrer Katze stets frisch. Wenn Sie mehrere Katzen haben, sollte jedes Tier sein eigenes Katzenklo haben.
  • Sorgen Sie bei Ihrer Katze für entspannte Stunden. Stress kann sich auch bei Katzen zu Verdauungsbeschwerden führen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel zum Thema Stress bei Katzen.
  • Sorgen Sie für eine gesunde Darmflora bei Ihrer Katze. Entdecken Sie in unserem Artikel weitere Tipps zur Darm-Gesundheit Ihrer Katze!
Achten Sie bei der Ernährung Ihrer Samtpfote auf gut verdauliches Futter und geben Sie Ihrer Katze nicht zu viele Leckerlies.
In den meisten Fällen werden Verdauungsprobleme durch falsche Ernährung oder Fütterungsfehler verursacht.