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Zwei leichte Hunde sitzen im Wohnzimmer mit ein paar Spielsachen.

Warum fressen Hunde Kot?

4 min Lesezeit

Verstörend, aber verbreitet – einige Hunde fressen gerne Kot. Du hast ein solches Verhalten auch bei deinem Hund schon beobachtet? Keine Sorge! Wir erklären dir, was es damit auf sich hat und welche Maßnahmen du ergreifen kannst.

Koprophagie: Was ist das genau?

Koprophagie (Fachbegriff für Kotfressen) bezeichnet ein Verhalten, bei dem Hunde Fäkalien zu sich nehmen. Das kann sich auf verschiedene Weisen äußern:

  • Der Hund frisst den eigenen Kot.
  • Der Hund frisst Menschenkot.
  • Der Hund frisst den Kot anderer Tiere, z.B. von Hunden, Katzen, Pferden, Kühen oder Kaninchen.

Ungewöhnlich ist das nicht. Besonders im Welpenalter probieren sich Hunde gerne einmal an ihren eigenen Exkrementen oder denen anderer. Sobald sie ausgewachsen sind, legen sie dieses Verhalten in der Regel ab. Sorgen machen solltest du dir vor allem dann, wenn sich dein Hund auffällig oft über Fäkalien hermacht.

Kotfressen beim Hund: Die Ursachen

Es kann zahlreiche Ursachen haben, warum Hunde Kot fressen: 

  1. Futter: Zu wenig oder unpassendes Futter kann langfristig zu Mangelerscheinungen beim Hund führen. Dies wird als Ursache beschrieben, die dazu führt, dass der Hund zum Kot als Nahrungsquelle greift. Eine altersgerechte Hundeernährung ist also entscheidend.
  2. Hunger:  Bei vernachlässigten Hunden kann vereinzelt beobachtet werden, dass sie mangels Futteralternativen auf Kot als Nahrungsquelle zurückgreifen müssen. Das gilt auch für Tierheimhunde, die sich in ihrem alten Leben ans Kotfressen gewöhnt haben. 
  3. Aufmerksamkeit: Hunde, die sich von ihren Besitzern vernachlässigt fühlen, fressen häufig Kot. Einige von ihnen haben gelernt, dass man mit ihnen schimpft – sich also für sie interessiert – sobald sie Kot verspeisen. So wird Kotfressen schnell zur Angewohnheit.
  4. Frust: Schlechte Haltungsbedingungen oder gar Tierquälerei können dazu führen, dass sich Hunde aus Frust oder Stress ihren Exkrementen zuwenden.
  5. Krankheiten: Leiden Hunde an einer chronischen oder akuten Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz), können Nährstoffe aus dem Futter kaum verwertet werden. Die Folge sind Heißhungerattacken, bei denen sich Hunde am Kot bedienen, um den Nährstoffmangel auszugleichen. Schließlich empfinden sie den Duft von Kot als ansprechend – unter anderem aufgrund der unverdauten Fette.
  6. Neugier: Welpen haben große Freude daran, ihre Umwelt in all ihren Facetten zu erkunden – auch ein Kothaufen bleibt da manchmal nicht aus.  

Ist Kotfressen beim Hund gefährlich?

Kotfressen, insbesondere die Aufnahme von Ausscheidungen anderer Hunde, ist gesundheitlich nicht unbedenklich. Zum einen besteht die Gefahr, dass sich dein Hund mit Parasiten wie Würmern oder Krankheitserregern infiziert.

Kleiner Hund sitzt im hohen Gras.

Zum anderen können sich im Kot Rückstände von Medikamenten befinden, die dein Hund lieber nicht unverschrieben aufnehmen sollte. Auch Fremdkörper können in den Körper deines Hundes gelangen.

Hund frisst Kot: Was tun?

Wenn du deinen Hund beim Kotfressen beobachtest, solltest du ihn zunächst durch ein „Aus!“ oder körperliches Abwenden davon abhalten. Wenn du ihn des Öfteren beim Kotfressen beobachtest, ist ein Gang zum Tierarzt empfehlenswert. Dieser wird die Ursachen untersuchen und möglicherweise eine Behandlung empfehlen oder dir Tipps geben, wie du das Verhalten deinem Hund abgewöhnen kannst.  
Leider reicht es oft nicht aus, den Hund nur vom Kotfressen abzuhalten. Langfristig muss das Ziel sein, ihm dieses Verhalten abzugewöhnen. Dafür gibt es einige bewährte Methoden: 

  1. Belohnung: Belohne deinen Hund mit einem Leckerli, wenn er einen Kothaufen nicht verkostet hat.
  2. Spielzeug: Gib deinem Hund etwas, um sein Maul zu beschäftigen, zum Beispiel ein Kauspielzeug. 
  3. Futter: Erwäge eine Futterumstellung für eine passendere Nährstoffversorgung oder erhöhe die Anzahl der Fütterungen (nicht die Menge des Futters) während des Tages, damit dein Hund über den Tag keine Hungerphasen hat und nach Nahrung suchen muss.