​Katzenbaby springt umher

Katzen erziehen: Ist das möglich?

Die wichtigste Voraussetzung bei der Katzenerziehung ist viel Geduld, denn im Gegensatz zu Hunden sind Katzen sehr eigenständig und gehorchen nicht bedingungslos. Der Grund dafür liegt in den Genen: Katzen sind Rudeltiere, aber sie jagen alleine – genau, wie ihre Vorfahren, die Wildkatzen. Es ist also nicht verwunderlich, dass Hauskatzen ihren eigenen Kopf haben. Trotzdem können Sie Ihrer Katze erziehen und ihr gewisse Regeln beibringen, die das Zusammenleben in Ihrem Zuhause harmonischer machen.

Wie erziehe ich meine Katze?

Das A und O der Erziehung von Katzen ist es, so früh wie möglich damit zu beginnen. Schon, wenn Sie Ihr neues Katzenbaby nach Hause bringen, können Sie spielerisch mit der Erziehung starten. Hier ein paar Erziehungstipps:

  • Training in Einheiten: Legen Sie einmal am Tag kurze spielerische Trainingseinheiten ein. Pro Einheit suchen Sie sich eine Sache aus, die Sie Ihrer Katze beibringen wollen. Auf diese Weise ist Ihre Katze nicht abgelenkt und kann sich auf eine Aufgabe konzentrieren.
     
  • Sprechen Sie ruhig und mit warmer Stimme: Katzen mögen sanfte Töne. Nutzen Sie diese Vorliebe für sich und sprechen Sie mit Ihrer Katze liebevoll und ruhig. Auch ein sachtes “Nein” versteht Ihre Katze dann.
     
  • Seien Sie konsequent: Wenn Sie zum einen nicht möchten, dass Ihre Katze am Tisch bettelt, ihr wiederum aber gelegentlich etwas vom Tisch geben, werden Sie bei Ihrem Feinschmecker auf taube Ohren stoßen. Denn sie hat gelernt: “Ab und an kriege ich was vom Tisch. Also bin ich lieber da, wenn mein Besitzer isst – man weiß ja nie!” In diesem Fall ignorieren Sie Ihre Katze eine Zeitlang während Ihrer Mahlzeiten und geben Sie ihr nichts vom Tisch – fällt schwer, ist aber effektiv! Halten Sie außerdem die Fütterungszeiten Ihrer Katze konsequent ein. So kann Ihre Katze sich darauf einstellen, dass es bald Futter gibt.
     
  • Seien Sie streng: Zeigen Sie Ihrer Katze, wenn sie sich falsch verhalten hat. Sagen sie ganz deutlich „nein“. Je nach Charakter Ihrer Katze hilft es auch, wenn Sie sie anschließend eine Weile bewusst ignorieren – das mögen manche Katzen nicht, es tut ihnen nicht weh und sie lernen daraus, dass Sie sich falsch verhalten haben.
     
  • Loben Sie: Belohnen Sie Ihre Katze mit  Leckerli oder kraulen Sie ihr Köpfchen, wenn sie etwas gut oder richtig gemacht hat. Sie wird sich merken, dass sich gutes Verhalten rentiert – wer verzichtet denn schon freiwillig auf eine Streicheleinheit?

Tabus bei der Katzenerziehung

Babykatze guckt nach oben
  • Brüllen: Die Ohren von Katzen sind viel feiner als Menschenohren. Wenn Ihre Katze einen Fehler gemacht hat, genügt es daher völlig, wenn Sie die Stimme erheben – alles andere tut ihrer Katze in den Ohren weh und nützt nichts.
     
  • Gewalt: Ob Katze, Hund oder Mensch: Gewalt ist nie der richtige Weg zur Erziehung. Die einzige Konsequenz von Gewalt Ihrer Katze gegenüber ist, dass sie nachhaltig eingeschüchtert sein wird – und das bedeutet ein schwieriges gemeinsames Zusammenleben für sie beide.
    Übrigens: Katzenmütter packen Ihre Katzenbabys im Nacken, um sie herumzutragen und zu maßregeln. Darauf sollten Sie ebenfalls verzichten; Die Aufgaben der Mutter sollten bei der Mutter bleiben.
     
  • Nachträgliches Schimpfen: ältere Kinder und Erwachsene verstehen Stunden später noch, wenn man sie wegen eines Fehlers tadelt und was der Fehler war. Aber ebenso wie Kleinkinder verstehen auch Katzen das nicht. Daher sollten Sie Ihre Katze immer direkt maßregeln; Stunden später wird es nicht mehr funktionieren. Versuchen Sie also nicht nachtragend zu sein – im Zweifelsfall war es keine Absicht Ihrer Katze.
     

Katzen erziehen – ist das überhaupt notwendig?

Katzen erziehen dient nicht nur dazu, dass Sie mit Ihrer Katze harmonisch leben können. Auch im Hinblick auf Gefahrenquellen ist die Erziehung sehr wichtig – ein Sprung auf die heiße Herdplatte oder Spielereien mit herumliegenden Kabeln sind gefährlich für Katzen. Wenn Sie Ihre Katze erziehen, können Sie sie davon abhalten und sie vor Gefahren schützen. Bringen Sie Ihrer Katze also von klein auf mit einem beherzten “Nein” oder “Runter” bei, dass gewisse Orte für sie tabu sind. Dann ist die Erziehung Ihrer Katze durchaus sinnvoll – viel Spaß dabei!

Bestrafung ist in der Katzenerziehung tabu. Belohnung hingegen bestärkt das gewünschte Verhalten. Geben Sie Ihrem Stubentiger also hin und wieder ein Leckerli, wenn er ein erwünschtes Verhalten zeigt.
Katzenbabys lernen deutlich schneller als ihre älteren Artgenossen. Haben Sie also etwas mehr Geduld bei der Erziehung, wenn Ihr Stubentiger bereits in die Jahre gekommen ist.