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Katzengrippe
Katze beim Tierarzt

FIV: Katzen-AIDS

4 min Lesezeit

FIV bei Katzen steht für Feline Immunschwäche Virusinfektion und ist eher bekannt unter dem Namen Katzen-AIDS. Trotz fortschreitender medizinischer Forschung sind auch Katzen nicht vor der bedrohlichen Krankheit FIV verschont.

In unserem folgenden Ratgeber informieren wir dich, was du alles über FIV bei Katzen wissen musst.

Was ist FIV bei Katzen?

FIV oder Katzen-AIDS ist eine sehr langsame fortschreitende Immunschwäche bei Katzen, die durch Viren ausgelöst wird. Durch das Virus werden in erster Linie die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) angegriffen, sodass es zu einer Schwächung des Immunsystems kommt. Die Katze wird dadurch sehr leicht anfällig für andere Krankheiten.

Wie bekommen Katzen FIV?

Eine Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten, sodass eine Ansteckung beim Deckakt oder von der Kätzin auf ihre Welpen möglich ist. Jedoch stecken sich in erster Linie Kater durch Bisse bei Revierkämpfen an.

Zur Risikogruppe gehören insbesondere unkastrierte Kater mit Freigang, da sie sich durch das Zusammentreffen mit infizierten Tieren (z.B. bei einem Katzenkampf) leicht Verletzungen zuziehen und sich darüber infizieren können.

Katzen-AIDS Übertragung: Wie sich das Virus überträgt?

Die Katzen-AIDS verbreitet sich in erster Linie über einen Biss. Es wandert von der Verletzung in die Blutbahn und dringt dann in bestimmte Immunzellen ein. Nur sehr selten überträgt eine FIV-positiv trächtige Katze das FIV bereits im Mutterleib auf ihre Welpen.  

FIV-positiv Katze: Wie sicher ist das Testergebnis?

Eine genaue FIV-Diagnose kann nur der Tierarzt feststellen. Vereinbare dazu am besten einen Untersuchungstermin für deine Katze.

In den meisten Fällen wird zuerst bei deiner Katze ein FIV-Schnelltest durchgeführt. Mit diesem Test können Antikörper gegen FIV nachgewiesen werden. Ein positiver Schnelltest sollte immer durch eine weitere Testmethode abgesichert werden.

Wann ist ein FIV-Test bei Katzen notwendig?

Es wird empfohlen, bei allen frei laufenden Katzen einmal im Jahr einen FIV-Test durchzuführen. Wenn deine Katze von einer anderen Katze gebissen wurde, sollte unbedingt ein FIV-Test bei deiner Katze vorgenommen werden.

Falls du einen Mehrkatzenhaushalt hast, solltest du bei der Anschaffung einer neuen Katze, vor der Zusammenführung der Tiere, den FIV-Status deiner Katzen überprüfen lassen.

Allerdings ist der Test erst vier bis sechs Wochen nach der Infektion aussagekräftig.

Katzen-AIDS Symptome – so erkennst du FIV

Die Symptome einer Katzen-AIDS können in unterschiedlicher Ausprägung zum Vorschein kommen. Dazu gehören:

  • Abgeschlagenheit der Katze.
  • Die Katze verliert enorm an Gewicht.
  • Das Fell der Katze sieht ungepflegt aus.
  • Die Lymphknoten der Katze sind angeschwollen.
  • Die Katze leidet häufig unter Atemwegserkrankung.
  • Die Katze verhält sich plötzlich seltsam und ihre Augen verändern sich.
  • Auftreten von Durchfall, Zahnfleischblutungen, Krämpfen und Krebs bei Katzen.
  • Auch plötzliche Aggressionen und Demenz können bei deiner Katze auftreten.

Katzen-AIDS-Verlauf: Phasen, die FIV-Katzen durchlaufen

Wenn sich deine Katze mit Katzen-AIDS (FIV) infiziert hat, kannst du von einem 5-Phasen-Verlauf ausgehen:

Akute Phase:

Die erste Phase des Katzen-AIDS dauert circa vier Monate lang. Nach dem Ausbruch des Virus produziert die Katze sofort spezifische Antikörper. Eine starke Immunreaktion beginnt, dennoch kann die Infektion nicht völlig überwunden werden. Erste Symptome können sein: Fieber, leicht geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit und Durchfall der Katze.

Asymptomatische Trägerphase:

Schnell erholt sich die Katze wieder nach der akuten Phase. Doch der Schein trügt. Die Katze trägt in sich FIV. Dennoch sind noch keine eindeutigen Symptome erkennbar. Erst durch ein Blutbild und einen FIV-Test lässt sich die Katzen-AIDS-Erkrankung eindeutig feststellen. Die 2. Phase kann mehrere Monate oder sogar viele Jahre andauern.

AIDS-ähnliche Phase:

In dieser Phase nehmen die Abwehrkräfte der FIV-infizierten Katze ab und ihr geschwächtes Immunsystem reagiert sehr leicht mit Atemwegserkrankungen, Durchfällen und unter Umständen mit Tumoren etc.

Dennoch zeigen sich auch eindeutige Symptome der Katzen-AIDS-Erkrankung:

  • Zahnfleischentzündungen der Katze
  • Verletzungen im Maul der Katze
  • Haut- und Augenerkrankungen der Katze
  • Das Katzenfell sieht sehr ungepflegt aus.
  • Die Katze bekommt hohes Fieber.

Endphase:

Das komplette Immunsystem der Katze bricht zusammen und die Katze leidet schon über eine längere Zeit an verschiedenen Sekundärerkrankungen. Zudem können sich Tumore bei der Katze bilden. Immer mehr verliert die Katze nun an Gewicht. In dieser Phase beträgt die Lebenserwartung der Katze etwa nur noch bis zu einem Jahr.

Lebenserwartung bei Katzen-AIDS:

Die Katzen-AIDS Lebenserwartung kann von Katze zu Katze unterschiedlich ausfallen. Dennoch kann eine Katze mit FIV (Katzen-AIDS) bei guter Pflege, guter Ernährung und Aufbau des Immunsystems noch einige Jahre mit dem Virus leben.

Ist Katzen-AIDS ansteckend? Für Hunde und für Menschen?

Eine Katze, die an Katzen-AIDS erkrankt ist, kann eine andere Katze durch Bissverletzungen (Speichel-Biss-Übertragung) anstecken. In sehr seltenen Fällen wird FIV auch über das Teilen des Futternapfes oder gegenseitige Fellpflege übertragen.

Katzen-AIDS ist für Menschen nicht ansteckend, denn das FIV ist mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV bei Menschen) nicht identisch.

Katzen-AIDS ist für Hunde auch nicht ansteckend. Mit dem Katzen-AIDS können sich weder Hunde noch andere Tiere anstecken.

Ist Katzen-AIDS heilbar? Wie stehen die Chancen bei FIV?

Katzen-AIDS bzw. FIV ist nicht heilbar. Dennoch gibt es Therapiemöglichkeiten, dass das Endstadium weiter nach hinten zu verschieben und der Katze bis dahin noch ein einigermaßen gutes Katzenleben zu schenken.

Wenn deine Katze FIV-positiv ist, sollte sie nur noch in der Wohnung bzw. im Haus gehalten werden. Außerdem solltest du ihren Kontakt zu anderen Katzen im Haushalt vermeiden. Zum einen stellt sie eine erhöhte Infektionsgefahr für andere Katzen dar und zum anderen ist ihr Immunsystem sehr anfällig für Sekundärkrankheiten.

Eine gute Therapie bei Katzen-AIDS beinhaltet folgende Ziele:

  • Stärkung des Immunsystems der Katze durch Ernährungsumstellung
  • Auftretende Sekundärerkrankungen behandeln
  • Unterstützende antivirale Medikamente

FIV-Katze: Freigang

Eine FIV-infizierte Katze kann im Freigang andere Katzen mit ihren Bissverletzungen anstecken. Zum anderen gefährdet sich eine FIV-Katze durch sekundäre Infektionsansteckung anderer freilaufender Katzen.

FIV-Katze: Pflege?

Eine Katze mit FIV (Katzen-AIDS) benötigt eine Pflege in Form von Ernährungsumstellung, kein Freigang zum Schutz der FIV-Katze und gesunder Katzen, sowie Schutz vor Ansteckung sekundärer Krankheiten.

Katzenernährung bei FIV

Ernährung ist für FIV-Katzen besonders wichtig. Um das geschwächte Immunsystem der FIV-erkrankten Katze zu stärken, achte auf gutes Futter mit einer Kombination aus Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin B, Beta-Carolin und Selen). Mit einem Futter, dass reich an Antioxidantien ist, kannst du das Immunsystem deiner Katze unterstützen.

Katzen-AIDS-Impfung

Bisher gibt es keine Katzen-AIDS-Impfung. Eine gewisse Reduzierung des Risikos einer Ansteckung kann durch die Kastration erzielt werde, da intakte Kater sich öfter bei Revierkämpfen beißen. Jedoch ist dies kein sicherer Schutz, da auch unkastrierte Katzen ihr Revier verteidigen.

FIV-Katze adoptieren: Darüber musst du dir im Klaren sein!

Wenn du überlegst, eine FIV-positiv Katze zu adoptieren, solltest du dich bereits im Vorfeld über die Krankheit informieren und dich mit Folgendem auseinandersetzen:

  • FIV-Katzen können andere gesunde Katzen anstecken. Die Katze sollte daher möglichst keinen Freigang und keinen Kontakt mit anderen Hauskatzen haben.
  • FIV-Katzen sind sehr anfällig für Sekundärkrankheiten, weil sie ein schwaches Immunsystem haben.
  • FIV-Katzen benötigen ein besonderes Katzenfutter.
  • Der Verlauf von Katzen-AIDS kann unter Umständen sehr schnell fortschreiten und du hast nur eine kurze glückliche Zeit mit deiner adoptierten Katze.
  • Bei einer FIV-Katze musst du mit höheren Tierarztkosten rechnen als bei einer gesunden Katze oder einem gesunden Katzenwelpen.

Wenn all diese Punkte für dich kein Problem darstellen, spricht im Grunde nichts gegen die Adoption einer FIV-Katze. Eine FIV-Katze wird sicherlich mehr Aufmerksamkeit, mehr Streicheleinheiten, mehr Kosten und mehr Pflege im Allgemeinen benötigen!