Katzenverhalten und –sprache verstehen

Egal, ob Sie neuer Katzenbesitzer sind oder schon Erfahrung mit Vierbeinern haben: Es wird immer einen Zeitpunkt geben, an dem Sie gerne wüssten, was Ihre Katze denkt um so ihr Verhalten besser zu verstehen.
Katze kuschelt auf dem Bett
Katze kuschelt auf dem Bett
Katze kuschelt auf dem Bett

Manchmal verändert sich vielleicht das Verhalten Ihrer Katze und Sie fragen sich, was das bedeuten könnte. Oder vielleicht möchten Sie wissen, woran man merkt, ob eine Katze zufrieden ist.

Es gibt viele Anhaltspunkte, die Ihnen verraten, was Ihre Katze denkt und in welcher Stimmung sie momentan ist. Meistens werden Sie den Gemütszustand Ihrer Katze schon anhand ihres Verhaltens, ihrer Körpersprache, ihres Gesichtsausdrucks und ihrer Laute und Schwanzbewegungen deuten können. Denn Katzen verfügen über eine große Bandbreite an Gefühlen. Sie können, genau wie wir Menschen, erfreut, traurig, ängstlich, erleichtert und sogar frustriert sein und das auch mit ihrem Verhalten zeigen.

Katzenverhalten deuten

Wenn Sie das Katzenverhalten verstehen möchten, wird Ihnen unser Ratgeber alles Wichtige zum Thema Katzensprache und Katzenverhalten erläutern:

Ihre Katze sollte die meiste Zeit des Tages möglichst entspannt und zufrieden sein und sich in ihrem gewohnten Umfeld wohlfühlen – das macht bereits einen wichtigen Teil der Katzensprache aus. Im Idealfall sollte sie so aussehen, als würde sie zufrieden dabei zusehen, wie die Welt sich dreht.

Entspannte Katze
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Anzeichen einer entspannten Katze

  • Ihre Katze liegt ausgestreckt und entspannt auf dem Boden, rollt sich zusammen oder macht es sich mit untergeschlagenen Pfoten auf ihrer Vorderseite bequem.
  • Ihre Augen sind halb geschlossen oder sie blinzelt.
  • Ihre Ohren sind entspannt und hoch aufgestellt, die Ohrmuscheln zeigen nach vorn. Möglicherweise bewegen sich ihre Ohren hin und her, wenn sie dem Geschehen um sich herum lauscht.
  • Ihre Schnurrhaare stehen seitwärts und von ihrem Gesicht weg und es sieht fast so aus, als würde sie lächeln.
  • Ihr Körper ist ganz ruhig und entspannt, ohne jegliche Anspannung, die darauf hindeuten könnte, dass sie jedem Moment aufspringen könnte.

Katzen sind von Natur aus Raubtiere und Jäger – sie verfolgen und jagen ihre Beute instinktiv und können sich zu 100 % auf ihr Ziel konzentrieren. Wenn sich Ihre Katze auf einen kleinen, sich bewegenden Gegenstand oder etwas Neues in ihrem Umfeld fokussiert, werden Sie bemerken, dass sich auch ihre Körpersprache verändert: sie macht sich bereit, um angemessen auf die neue Situation reagieren zu können.

Konzentrierte Katze
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Anzeichen einer konzentrierten Katze

  • Ihre Augen sind geöffnet und die Pupillen sind schmal.
  • Ihre Ohren und Schnurrhaare sind nach vorn gerichtet und ihr Körper ist dem Objekt zugewandt, auf das ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist.
  • Der Körper Ihrer Katze kann beim Verfolgen ihrer Beute tief über den Boden geneigt sein, wobei sie die Hinterbeine unter den Bauch gezogen hat.
  • Ihre Katze hält ihren Schwanz gerade nach unten gesenkt. Das Ende ihres Schwanzes sowie ihr gesamtes Hinterteil fangen möglicherweise an zu zucken, wenn sie sich auf ihren Sprung vorbereitet.
  • Wenn Sie der Gegenstand der Aufmerksamkeit sind, weil Ihre Katze vielleicht um Futter oder Streicheleinheiten bittet, ist es möglich, dass sie sich an Sie schmiegt und dabei den Schwanz in die Höhe hält.

Eine zufriedene Katze ist leicht zu erkennen, denn auch ihre Körpersprache lässt sich leicht deuten. Im besten Fall ist Ihre Katze die meiste Zeit zufrieden – und Ihnen kommen die Anzeichen bekannt vor:

Glückliche Katze
Symptome einer glücklichen Katze

Symptome einer glücklichen Katze

  • Ihre Katze sitzt entspannt und aufrecht; dabei sind ihre Ohren gerade aufgerichtet und doch entspannt, die Ohrmuscheln zeigen nach vorn. Es ist aber auch möglich, dass sie ihre Ohren sanft hin und her bewegt, wenn sie vertraute Geräusche –wie beispielsweise die Stimmen der Familienmitglieder– hört.
  • Im Liegen macht sie es sich entweder mit unter den Körper geschlagenen Pfoten, oder sie liegt ausgestreckt auf der Seite oder ihrem Rücken. Dabei streckt sie ihre Gliedmaßen von sich – ein eindeutiges Zeichen, dass sie sehr zufrieden ist!
  • Manchmal schlummern Katzen mit geschlossenen oder halb geöffneten Augen. Oder ihre Augenlider sind schwer – dann sieht es fast so aus, als würden sie sich in ihren Tagträumen verlieren. Wenn Ihre Katze sehr langsam blinzelt, sollten Sie es ihr gleichtun und ihr damit zeigen, dass auch Sie entspannt sind – durch das Nachahmen können Sie eine enge Bindung zu Ihrer Katze aufbauen.
  • Die Schnurrhaare sind entspannt und ihr Schwanz ist ganz ruhig – wenn sie steht, ist der Schwanz zur Begrüßung hoch aufgerichtet und am Ende hakenförmig abgebogen.
  • Wenn Sie Ihre Katze streicheln, schließt sie zufrieden ihre Augen und fängt sanft an zu schnurren.

Katzen können sehr sensibel sein, vor allem, wenn sich in ihrem Umfeld etwas verändert. Daher kann es bei einigen Katzen länger dauern, bis sie sich nach unerwarteten Veränderungen an die neue Situation gewöhnt haben. Wenn Sie das Verhalten der Katze verstehen und die Anzeichen für Angst erkennen, dann, können Sie Ihrer Katze besser dabei helfen, sich schneller wieder zu entspannen. Je besser Sie das Katzenverhalten deuten können, umso besser können Sie Ihrer Katze Aufmerksamkeit und Trost spenden und ihr besänftigend übers Fell streichen, wenn sie nicht zur Ruhe kommt. Lassen Sie Ihrer Katze zwei bis drei Tage Zeit, um sich mit der neuen Situation vertraut zu machen, und gehen Sie danach wieder wie gewohnt mit ihr um.

Unruhige Katze
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Anzeichen einer unruhigen Katze

  • Die Augen Ihrer Katze sind weit geöffnet und blinzeln nicht. Die Pupillen sind groß und oval oder kreisförmig.
  • Ihre Ohren sind nun nicht mehr entspannt mit nach vorn gerichteten Ohrmuscheln, sondern sie bewegen sich unabhängig voneinander hin und her, um Informationen aufzunehmen. Wenn sie sehr verängstigt ist, kann es sogar sein, dass sie sie flach an den Kopf anlegt.
  • Ihr Kopf neigt sich nach unten und ihre Schnurrhaare sind angelegt, um ihr Gesicht klein und harmlos wirken zu lassen – allerdings kann sie sie auch in Alarmbereitschaft nach vorn richten.
  • Wenn die Angst größer wird, kann es sein, dass Ihre Katze sich duckt. Es ist auch möglich, dass sie als Vorbereitung dafür, schnell wegrennen zu können, einen Katzenbuckel macht.
  • Die Schwanzhaltung ist sehr wichtig – entweder ist ihr Schwanz ganz ruhig oder die Schwanzspitze bewegt sich langsam hin und her. Auch das ist ein Anzeichen für Angst.

Das Verhalten ängstlicher Katzen mag sehr dezent sein, aber wenn Ihre Katze Angst hat, sollten Sie dies sofort erkennen: Denn wenn sie etwas verängstigt (z. B. ein lautes Geräusch), reicht es nicht mehr aus, ihr besänftigend über das Fell zu streicheln. Selbst ein Leckerli hilft vielleicht nicht mehr. Ihre Körpersprache verrät Ihnen, dass sie Angst hat, und sie wird sich erst wieder beruhigen, wenn sie sich wieder sicher fühlt. Gehen Sie nicht zu schnell auf sie zu, um sie zu beruhigen. Andernfalls könnte sie Sie als eine weitere Bedrohung wahrnehmen. Entfernen Sie stattdessen möglichst alles, was bei ihr die Angst ausgelöst haben könnte, und warten Sie, bis sie sich wieder beruhigt hat.

Ängstliche Katze
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Symptome einer ängstlichen Katze

  • Die Ohren Ihrer Katze sind weggeklappt und liegen flach am Kopf an. Ihr Kopf ist nach unten geneigt und ihr Blick geht nach oben.
  • Sie rennt weg. Ist das nicht möglich, bleibt sie ganz still stehen oder duckt sich.
  • Ihre Augen sind weit geöffnet, ihre Pupillen sind geweitet und ihre Schnurrhaare liegen entweder flach an oder sind gesträubt.
  • Es ist möglich, dass sie ein bedrohliches Objekt anfaucht und danach spuckt. Oder sie beginnt zu knurren zeigt ihre Krallen und teilt Tatzenhiebe aus.
  • Einige Katzen strecken ihre Vorderbeine durch, um sich groß zu machen. Oder sie machen einen Katzenbuckel und sträuben ihr Fell, um größer zu erscheinen.
  • Ihr Schwanz ist entweder unter ihren Körper geschlagen oder er peitscht hin und her.

Wenn Ihre Katze sich häufiger so verhält, sollten Sie den Tierarzt auf eine Überweisung zu einem Tierpsychologen ansprechen.

Es ist möglich, dass Ihre Katze aufgrund eines bestimmten kurzfristigen Ereignisses Frustration verspürt, z. B. weil sie nicht an ihr Lieblingsspielzeug herankommt. Sie kann aber auch aufgrund fehlender Stimulation eine Langzeit-Frustration entwickeln und niedergeschlagen sein, weil sie beispielsweise nicht auf die Jagd gehen kann. Eine Langzeit-Frustration bei Katzen wird oft fehlgedeutet. Wenn Sie also glauben, dass Ihre Katze darunter leidet, sollten Sie dies mit dem Tierarzt besprechen. Dann können Sie Ihrer Katze wieder zu einem glücklicheren Leben verhelfen.

Frustrierte Katze
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Symptome einer frustrierten Katze

  • Eine frustrierte Katze konzentriert sich in der Regel auf das Objekt, das diese Frustration hervorruft, und wird alles daransetzen, um das zu bekommen, was sie will!
  • All ihre Sinne sind auf das Zielobjekt ausgerichtet – die Augen sind weit geöffnet, die Pupillen geweitet, die Ohren sind nach vorn gerichtet und die Schnurrhaare breit nach vorn gefächert.
  • Möglicherweise tigert sie ungeduldig herum, wenn sie nicht das bekommt, was sie will.
  • Katzen können nicht auf Dauer frustriert sein. Wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen, geben sie entweder auf oder sie entwickeln in einigen Fällen eine Langzeit-Frustration bzw. – je nach Ursache – sogar eine Depression.
  • Katzen mit Depression sind oft träge, verweigern ihr Futter und möchten nicht mit anderen spielen oder interagieren.

Wenn Ihre Katze ein verärgertes Verhalten zeigt, müssen Sie sehr vorsichtig sein. Provozieren Sie niemals eine verärgerte Katze – starren oder schreien Sie sie nicht an und bewegen Sie sich nicht zu hastig. Sie sollten sie auch nicht berühren oder versuchen, sie zu beruhigen, da sie dies als eine Drohung ansehen und nach Ihnen schlagen könnte. Ziehen Sie sich stattdessen langsam zurück, entfernen Sie –sofern möglich – bedrohliche Objekte und lassen Sie Ihrer Katze den Freiraum und die Zeit, die sie benötigt, um sich wieder zu beruhigen.

Wenn Ihre Katze regelmäßig deutliche Anzeichen von Verärgerung zeigt, sollten Sie den Tierarzt oder einen Tierpsychologen um Rat bitten, um herauszufinden, was der Grund für die negative Körpersprache Ihrer Katze ist.

Verärgerte Katze
Symptome einer verärgerten Katze

Symptome einer verärgerten Katze

  • Eine verärgerte Katze erstarrt und hält ihren Schwanz entweder steif und gerade in die Höhe, oder sie legt ihn um bzw. unter ihren Körper.
  • Sie verhält sich ganz anders als gewohnt – entweder ist sie stumm oder sie faucht, spuckt oder knurrt.
  • Sie wird sich „aufbauen“ und bedrohlich aussehen wollen, indem sie ihr Fell aufstellt, ihre Vorderbeine durchstreckt oder sich drohend duckt.
  • Ihre Ohren sind angespannt und liegen flach am Kopf an, ihre Schnurrhaare stehen seitlich von ihrem Gesicht ab.
  • Ihre Augen sind fokussiert und ihr Blick ist angestrengt. Die Pupillen sind schmal; einige Katzen haben aber auch runde Pupillen und blinzeln nicht.

Wenn eine verärgerte, ängstliche oder frustrierte Katze sich wieder sicher sein kann, dass die von ihr empfundene Bedrohung vorbei ist, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach erleichtert wirken. Genauso wichtig wie das Identifizieren der Anzeichen von Ärger oder Angst ist auch das Erkennen von Erleichterung bei Katzen. So können Sie Ihrer Katze dabei helfen, sich wieder normal und entspannt zu verhalten.

Erleichterte Katze
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Symptome einer erleichterten Katze

  • Der ganze Körper einer Katze kann Erleichterung ausdrücken – einige Katzen recken und strecken sogar den ganzen Körper, um die Anspannung zu lösen!
  • Augen, Ohren, Kopf, Körper und Schwanz sind sichtbar entspannt.
  • Ihre Schnurrhaare stehen wieder locker seitwärts und ihr Kopf ist geneigt.
  • Einige Katzen beginnen zu gähnen, drehen sich weg und lassen ihre Augen nur halb geöffnet, andere fangen an, sich zu putzen.

Wenn Sie ein bisschen Erfahrung darin haben, wie Ihre Katze auf Veränderungen reagiert, und Sie die Anzeichen für Zufriedenheit richtig deuten können, können Sie ihr dabei helfen, physisch und psychisch gesund zu bleiben. Weitere Informationen darüber, wie Sie das Katzenverhalten verstehen können, erhalten Sie von unserem Expertenteam.