Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.
Ihr Haustier, unsere Leidenschaft.
Tabby-Katze wird vom Besitzer gestreichelt

Verhaltensforschung bei Katzen

4 min Lesezeit

Die eleganten, selbstbewussten Katzen sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Auch weltweit sind Katzen den Hunden als beliebteste Haustiere dicht auf den Fersen. Obwohl sie uns schon seit jeher begleiten, wissen wir überraschend wenig über das Verhalten von Katzen. Grund genug, die bestehenden Verhaltensforschungen bei Katzen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, wie sehr Wissenschaft und Praxis zusammenhängen!

Graue Katze genießt die Streicheleinheiten ihres Besitzers

Katzen-Verhalten deuten

Katzen wirken auf uns oft mysteriöser und unnahbarer als andere Haustiere. Typischerweise werden Katzen als Einzelgänger bezeichnet. Einige neue Studien belegen jedoch, dass Katzen sehr wohl echte Verbindungen zu ihren „Frauchen“ und „Herrchen“ aufbauen.

Die Konsequenz daraus: Katzen können sich einsam fühlen. Du hast bestimmt auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass deine Katze dich freudig begrüßt hat und auf dich zugelaufen kam, als du wieder nachhause gekommen bist. Ähnlich lief eine Studie mit der Verhaltensforscherin Kristyn Vitale1 ab: Junge Katzen hielten sich mit ihren Besitzern zunächst für einige Minuten in einem für beide fremden Raum auf. Nach dieser Zeit verließen die Besitzer den Raum und kamen nach einigen Minuten wieder zurück. Eine Mehrheit der Katzen reagierte mit einer freudigen Begrüßung, woraus die Forscher schließen konnten, dass circa 2/3 der beobachteten Katzen eine feste Bindung zu ihren Bezugspersonen aufgebaut hatten.

Wie kommunizieren Katzen?

Es gibt unheimlich viele Hinweise, mit denen dir deine Katze ihr Verhalten und ihre Stimmung zeigt. Eine Studie von der University of Sussex in Brighton2 hat sich mit den Augen der Katze beschäftigt. Diese können demnach ein „Lächeln“ der Katze andeuten: Wenn deine Katze langsam blinzelt, macht sie ihre Augen etwas schmaler und schließt sie kurz. Wie auch Menschen untereinander ihr Verhalten mimen, wenn sie sich sympathisch sind, tun das Katzen laut dieser Studie ebenfalls.

Zeit für einen Selbstversuch würden wir sagen: Versuche doch, wenn du deine Katze das nächste Mal anschaust, ganz nach ihrem Vorbild, sie mit den Augen anzulächeln. Verenge deine Augen etwas, blinzele deine Katze langsam an und beobachte ihre Reaktion. Mit sehr großer Sicherheit wird sie auf ihre ganz eigene Art „zurücklächeln“ und so mit dir kommunizieren. Für die Forschergruppe aus Brighton war das Experiment sowie die Ergebnisse ein voller Erfolg, da so die Vermutung, die viele Katzenbesitzer davor hatten, erstmals experimentell belegt werden konnte: Katzen können lächeln!

Abessinierkatze faucht

Katzen: Einzelgänger?

Wünschst du dir vielleicht noch eine Katze dazu? Das geht vielen Besitzer von Katzen so. Der britische Verhaltensforscher Josh Bradshaw3 hat zu dem Phänomen „die Katze als Einzelgänger“ geforscht und interessante Erkenntnisse gewonnen.

Katzen sind wohl viel geselliger als ihr Ruf es oft meinen mag. Jedoch gibt Bradshaw zu Bedenken, dass viele Katzen gerne die alleinigen Haustiere sind und es nicht unbedingt empfehlenswert ist, sich noch eine zuzulegen. Sie vertragen sich nicht immer mit ihren Artgenossen, was zu Stress führen kann, der sich physisch und psychisch auswirken kann. Diesen Stress sieht man den Katzen oft nicht an, weshalb du, falls du zwei Katzen hast, ihr Verhalten vor allem in der Anfangsphase gut beobachten solltest. Vielleicht sind deine Katzen aber auch ein Herz und eine Seele und es gibt keinen Grund, sich Gedanken zu machen!

Neben diesen Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung bei Katzen, legt Josh Bradshaw Katzenbesitzern generell nahe, aufmerksam das Verhalten ihrer Schützlinge zu betrachten. Katzen ziehen sich oft zurück, wenn ihnen eine Situation zu viel wird, kommen aber auch zu dir, wenn sie Zuneigung und deine Nähe suchen. Du wirst mit Sicherheit bereits ein Gefühl für den ganz individuellen Charakter deiner Katze haben und so ihr Verhalten und ihre Sprache gut einordnen können.

Quellenangaben:

1Kristyn Vitale, Oregon State University
2Tasmin Humphrey, Leanne Proops, Jemma Forman, Rebecca Spooner & Karen McComb
3John Bradshaw, University of Bristol